Glaube

Buddhismus & Hinduismus

Keine Religion im eigentlichen Sinne, eher eine spirituelle Einstellung zum Leben der Khmer. Mit einem allumfassenden Glauben. 

Wer sich für Buddhismus interessiert und diesen aus Thailand, Sri Lanka, Zen in Japan oder aus Tibet kennt, wird in Kambodscha überrascht sein.

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Der Buddhismus in Kambodscha wird zwar dem Theravada zugerechnet, also in der Lehre sehr streng, zurückgehend auf die eigentlichen überlieferten Lehren des Buddha und nicht auch dessen Auslegungen wie in Tibet. Trotzdem vermischen die Kambodschaner ihren Buddhismus mit einem Ahnenglauben, mit Geisterglaube und mit anderen Religionen.
Der Hinduismus ist in Kambodscha die Vorläuferreligion. Obwohl Buddhismus bereits im alten Angkor-Reich seit dem 9. Jahrhundert vorhanden war, führte aber erst der bekannteste der Khmer-Könige – Jayavarman VII – den Buddhismus Ende des 12. Jahrhunderts ein. Sein Buddhismus gehörte aber zur Mahayana – Schule, der buddhistischen Form, die es so in Tibet gibt.

Erst sein Nachfolger, Srindravarman, führte ab seiner Regentschaft 1295 die Theravada-Lehren ein und damit den Buddhismus, so wie man ihn heute kennt.  

Theravada-Buddhismus ist heute die Staatsreligion Kambodschas, rund 90 % der Kambodschaner sind Buddhisten. Der Theravada-Buddhismus verbindet sie mit denjenigen von Laos und Thailand und auch mit den Singhalesen in Sri Lanka.

 Doch nur in Kambodscha werden auch Geister verehrt – und, nicht zu vergessen, die „Witwe Penh“, der Sage nach die Gründerin von Wat Phnom in Phnom Penh. Dort wird ihre Statue außerhalb des eigentlichen Heiligtums verehrt.

Als Staatsreligion verankerte Norodom Sihanouk in der Verfassung Kambodschas von 1947 den Buddhismus. Aber gleichzeitig garantierte diese Verfassung auch – ganz im freidenkerischen Geiste des Buddhismus, der sich als Weg aus dem irdischen Dasein der Pein und Verirrung versteht und nicht als Religion – die Glaubensfreiheit. Missionieren ist Buddhisten fremd.

1975 wurden alle buddhistischen Vereinigungen, die bis dahin bestanden, aufgelöst. Die Khmer Rouge ermordeten gezielt führende Köpfe des buddhistischen Klerus. Durch die grundlegende brutale Umgestaltung der kambodschanischen Gesellschaft wurde den Mönchsgemeinden die Lebensgrundlage entzogen. Wurden sie bis dahin von den gläubigen Buddhisten mit Nahrung und Almosen versorgt, auf die sie angewiesen waren, gab es plötzlich keine Gläubigen mehr. Keine Spenden, keine Nahrung, keine Almosen. Es blieb nur der Ausweg, die Mönchsrobe auszuziehen und auf andere Weise das Überlebern zu sichern.

Ende 1979 nach der unseligen Ära der Khmer Rouge wurden die ersten sieben Mönche im Wat Ounalom reordiniert. Aus diesem Grund hat dieses Kloster am Flussufer des Tonle-Sap-Rivers in Phnom Penh immer – neben Wat Phnom – in Phnom Penh und in ganz Kambodscha eine herausragende Stellung.

In den Folgejahren entwickelten sich wieder zwei grundsätzliche Strömungen des Buddhismus in Kambodscha. 1993 schuf Prinz Sihanouk endgültig die rechtlichen Grundlagen für die Thammayut. Die Mahanikai, zu der die überwiegende Zahl der Kambodschaner gehört, steht dem Premierminister Hun Sen nahe, wohingegen der Patriarch der Thammayut der geistliche Mentor des jetzigen Königs Norodom Sihamoni war. Zum Thammayut gehören etwa 150 Klöster, während es ca. 2700 Mahanikai-Klöster gibt. Jede der Strömungen hat ihre eigene Hierarchie, ihre eigenen Patriarchen.

Buddhistische Mönche werden traditionell in Kambodscha mit großem Respekt behandelt. Jede kleine Stadt hat ihr eigenes Kloster, ihren eigenen Mönch oder mehrere. Heute begegnen einem wieder überall im Land die leuchtend orangefarbenen Roben. Junge Männer verbringen ebenfalls der Tradition gemäß eine gewisse Zeit ihres Lebens als Mönch. Auch der jetzige König Norodom Sihamoni hat dies getan!

Die als „ewigen Gelübde“ angesehene Bindung an einen christlichen Orden kennt man so in Kambodscha nicht. Obwohl es Mönche gibt, die ihr ganzes Leben nichts anderes waren als Mönche, können sie auch jederzeit den Orden verlassen und auch zurückkehren. Ein buddhistischer Mönch, ein „Bikkhu“ folgt den 227 Regeln der Klosterdisziplin sowie den 10 Grunddisziplinen, ähnlich den christlichen 10 Geboten.

Mönche dürfen kein Essen nach dem Mittag zu sich nehmen, die Teilnahme an Unterhaltung wie Singen und Tanzen ist Ihnen verboten. Der Umgang mit Geld ist genauso geregelt wie der Umgang mit politischen Angelegenheiten. Sie sind nicht stimmberechtigt bei öffentlichen Wahlen und dürfen auch kein politisches Amt innehaben. Sie dürfen kein Dokument bezeugen oder vor Gericht aussagen. Und es wird natürlich von ihnen erwartet, dass sie zölibatär leben. Moderne Zeiten haben dafür gesorgt, dass z. B. ein Handy für einen Mönch heutzutage nicht mehr als unangemessen angesehen wird.

Aber auch für Besucher in Klöstern und im Umgang mit Mönchen gibt es Regeln. Sie sollten von Touristen immer beachtet werden.

Frauen dürfen Mönche nicht berühren. Beim Besuch von Klöstern sind vor Betreten des inneren Bereiches die Schuhe auszuziehen (und manchmal auch die Socken!). Wie in Thailand auch, sind ordentliche Kleidung, die nicht zu viel Haut zeigt, notwendig. Auch wenn bei Ausländern in den Augen der Kambodschaner unangemessene Kleidung toleriert wird, freuen Sie sich sehr über die Beachtung der Regeln und Respekt ihnen und dem Kloster gegenüber.

Die allgemeinen Regeln des Respekts und Rücksichtnahme betenden Menschen gegenüber – keine Fotos, nicht vor oder zwischen den Menschen durchgehen, lautes Reden oder Lachen – sollten selbstverständlich sein. Respektiere den Ort!

Bei uns ist es üblich geworden, Buddha-Figuren als schmückende Dekorationsobjekte zu verwenden. Sie strahlen Ruhe aus und bringen einen asiatischen Touch in unsere Wohnungen. Denk aber daran, dass eine Buddhafigur für die Kambodschaner heilig ist. Ein „davor-Posieren“ für ein Foto empfinden sie als respektlos. Beim sitzen vor Buddhafiguren sollten die Fußsohlen nicht in Richtung der Figur (oder auf andere Personen) zeigen. Das gilt als sehr unhöflich.

(Das ist übrigens der Grund für die sog. „Meerjungfrauenhaltung“, bei der beide Beine nebeneinander in die gleiche Richtung nach hinten zeigen. Ein schwieriges Unterfangen für ungeübte Europäer – vielleicht tut es auch ein Schneidersitz!)

Die gebückte Haltung, mit der sich Kambodschaner einem Mönch nähern, ist keineswegs ein „buckeln vor der Obrigkeit“. Den eigenen Kopf niedriger halten als den des Mönches ist ein Zeichen von Ehrerbietung und Respekt. Niemals sollte man mit einem sitzenden Mönch im Stehen reden, was als äußerst unhöflich gilt.

 

Buddhismus in Kambodscha

Buddhismus in Kambodscha

Der Buddhismus ist allgegenwärtig in Kambodscha und fester Bestandteil im Leben der Khmer: Allgemeine Infos, Alltag und Aufgaben der Mönche, Mutrea, Pagoden

Wer schreibt hier?

Inga Palme - Portrait Schön, dass Du hier bist! Ich bin Inga - seit 2010 reise ich jedes Jahr nach Kambodscha und bin immer wieder neu verliebt. Hier auf Visit Angkor gebe ich Dir zusammen mit Rüdiger Tipps für Deinen Aufenthalt in Kambodscha und wir erzählen Dir von unseren persönlichen Erlebnissen im Land der Khmer. Weitere Infos über uns und Visit Angkor findest Du auf dieser Seite. Viel Spaß :-)

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