Auch heute noch leben die Kambodschaner ihre Tradition und Überzeugungen über Himmel, Erde und Hölle, gutes und schlechtes Karma. Das, was man bekommt aus den Taten voriger Leben. So ist ein Leben mit vielen guten Taten wichtig, um für das nächste Leben vorzusorgen, damit es besser wird. Viele Geschichten und Legenden prägen den Alltag der Khmer, besonders an offiziellen Feiertagen. Eine Legende erzählt von der Entstehung vom kambodschanischen Neujahr. Ein dreitägiges Fest, welches immer am 13. oder 14. April eines Jahres beginnt. Während in unseren westlichen Regionen „einfach“ das neue Jahr begrüßt wird, gilt es im buddhistischen Kambodscha vielerlei Riten zum Neujahr zu erfüllen, um das kommende Jahr gebührend zu begrüßen.

Es war einmal…

…ein junger Mann namens Dhammabal Koma. Als Sohn eines reichen Vaters hat er sein Studium der drei Veden erfolgreich abgeschlossen. Ebenso konnte er die Sprache aller Vögel sprechen und verstehen. Im ganzen Land war Dhammabal Koma berühmt für sein Wissen. So kam es, dass eines Tages der Himmelskönig Kabil Moha Prum von der außergewöhnlichen Klugheit Dhammabals erfuhr. Das machten den König sehr eifersüchtig. Er beschloss auf die Erde hinabzusteigen, um Dhammabal mit einem Rätsel herauszufordern. Der König war sehr sicher, dass er gewinnen würde, denn der Verlierer sollte den Kopf verlieren. Dhammabal vertraute auf sein Wissen und stimmte zu.

Das Rätsel

Das Rätsel von König Kabel Moha Prom waren diese drei Fragen:

  • Was ist das Glück am Morgen?
  • Was ist das Glück am Nachmittag?
  • Was ist das Glück am Abend?

Sieben Tage hatte Dhammabal Zeit, um das Rätsel zu lösen. Doch so sehr er auch überlegte, auch nach sechs Tagen hatte er immer noch nicht die Antworten herausgefunden. Dhammabal war hoffnungslos und in seiner Verzweiflung beschloss er, in den tiefen Wald zu gehen und sich dort selbst zu töten. Nachdem er viele Stunden immer tiefer in den Wald gelaufen war, ruhte er sich erschöpft unter einer großen Palme aus. Doch plötzlich bemerkte er im Halbschlaf ein Geierpaar, das miteinander sprach. Das Geier-Weibchen fragte ihren Gatten, was es am nächsten Tag zu Essen geben wird. Das Geier-Männchen antwortete, dass sie Dhammabal Komas Fleisch am nächsten und auch an den folgenden Tagen haben werden. Denn Dhammabal wird sterben, weil er das Rätsel nicht lösen kann. Das Geier-Weibchen wurde neugierig und sie fragte ihren Mann, um welches Rätsel es sich handelt. Ihr Mann antwortete ihr mit den drei Rätselfragen:

  • Was ist das Glück am Morgen?
  • Was ist das Glück am Nachmittag?
  • Was ist das Glück am Abend?

Die Antworten auf das Rätsel

Und dann gab der Geier seiner Frau die Antworten auf die Fragen:

1. Am Morgen liegt das Glück auf dem Gesicht der Menschen, da sie ihr Gesicht waschen bevor sie einen neuen Tag beginnen.
2. Am Nachmittag liegt das Glück auf der Brust der Menschen, da sie baden um ihren Körper von der Nachmittagshitze zu kühlen.
3. Am Abend liegt das Glück an den Füßen der Menschen, da sie ihre Füße nach einem ganzen Tag der Arbeit reinigen und sich auf die Nachtruhe vorbereiten.

Kaum hatte der Geier die Antworten ausgesprochen, erhohlte sich Dhammabal von seiner Müdigkeit und er eilte zurück zum Palast. Dort wartete er auf den Himmelskönig um das Rätsel zu beantworten.

Der Himmelskönig hielt Wort, da er besiegt worden war. Doch bevor er sich köpfte, rief er seine sieben Töchter zu sich und befahl ihnen, auf seinen Kopf aufzupassen. Sein Kopf durfte nicht mit der Erde in Berührung kommen, um sie nicht zu verbrennen. Die Berührung mit der Luft würde den Regen verdunsten und die Berührung mit dem Meer würde alle Meere austrocknen lassen.

Neujahr – und jedes Jahr kommt ein Engel auf die Erde

Nach diesen schrecklichen Warnungen schnitt Kabil Moha Prum seinen eigenen Kopf ab und reichte ihn an Tungsa, seine älteste Tochter. Tungsa legte den Kopf ihres Vaters auf eine Metallplatte und brachte sie zum Berg Someru. Tungsa und eine Billion andere Engel umkreisten den Berg Someru, bevor sie den Kopf ihres Vaters zum Kuntheakmali-Tempel im Himmel brachte. Dort schufen die Engel einen magischen Treffpunkt für Engel, um sich jedes Jahr am Berg Someru zu treffen. Seit diesem Tag dreht jedes Jahr zum kambodschanischen Neujahr (Sangkran) eine der sieben Töchter den Kopf des Vaters in einen Zeremonienkreis um den Berg Someru, um Glück und gutes Wetter für eine gute Ernte auf die Erde zu bringen bevor sie ihn wieder im Himmel in den Kuntheakmali Tempel bringt.

2017, als ich diesen Artikel geschrieben habe, ist Engel Kemira Tevi zum kambodschanischen Neujahr auf die Erde gekommen. Sie ist der „Freitags-Engel“ und die sechste Tochter des Himmelskönigs Kabil Moha Prum. Ihr zu Ehren werden die Kambodschaner vor allem Bananen als Opfergabe bereithalten, das dies die Lieblingsspeise von Kemira Tevi ist. Schon Wochen vorher beginnt ein geschäftiges Treiben und Vorbereitungen für das große Neujahrsfest. Alles muss geputzt sein und glänzen, um dem Engel einen gebührenden Empfang zu bereiten.

Also, ich sag dann mal „Sus’Dei Chnam Thmei“ – ein frohes neues kambodschanisches Jahr mit Gesundheit ,Glück, Segen  und Erfolg <3 

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