Angkor Wat (Angkor = Stadt, Wat = Kloster) – von König Suryavarman II. zwischen 1113 und 1150 erbaut – gilt als das berühmteste Bauwerk der Region, wenn nicht gar der ganzen Welt, und ist DAS Highlight für jeden Besucher des heutigen archäologischen Angkor-Parks. Dabei sucht nicht nur das Monument, sondern auch die Geschichte von Angkor Wat ihresgleichen .

Angkor Wat – die königliche Stadt, die ein Kloster (geworden) ist

Der ursprüngliche Name von Angkor Wat ist unbekannt. Vishnu – die höchste hinduistischem Göttlichkeit könnte Namensgeber gewesen sein. Erst später im 13. Jahrhundert wandelt der Herrscher Jayarvarman II. das Vishnu-Bauwerk in ein buddhistisches “Wat” um. Die Herkunft des Begriffs Wat [oder auch Vat] stammt aus Thailand und bedeutet „Kloster“.

Heute gilt das majestätische Meisterwerk als Wahrzeichen von Kambodscha. Und täglich zieht es mehr als 8.000 Menschen aus aller Welt in seinen Bann. Mit dem Ende der Schreckensherrschaft durch die Roten Khmer schmückt die Abbildung der dritten Terrasse von Angkor Wat endlich wieder die Nationalflagge des Landes. Die Farben der Flagge haben eine spezielle Bedeutung. Als da wären:

  • Blau = Monarchie
  • Rot = Nation
  • Weiß = Religion (Buddhismus)

Nationalflagge von Kambodscha mit Angkor WatBildquelle: Wikipedia, Urheber Emoji One CC BY-SA 4.0

Florierender Reisanbau durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem

Zu Zeiten von König Suryavarman II. gilt Angkor Wat und die umliegende Region als DAS Machtzentrum in ganz Südostasien. Durch ein komplexes Bewässerungssystem floriert der Reisanbau und gibt vielen Menschen Arbeit und Nahrung. Aus den Erträgen entstehen prachtvolle Bauwerke – hauptsächlich aus Sandstein als Zeichen für die Ewigkeit.

Dem Volksglauben nach symbolisiert die gesamte Anlage von Angkor Wat das hinduistische Universum. Der heute noch existierende Wassergraben steht für den kosmischen Ur-Ozean und säumt Angkor Wat. Die Mauern des Monuments bilden ein perfektes Quadrat und stehen als Symbol für den heiligen Berg Meru. Der mittlere Turm – zentraler Prasat – stellt den Gipfel des Berges dar.

Um das Nirwana zu erreichen, musst du deinen Geist trainieren; in einem dunklen Ort sollst Du nach einer Laterne suchen [kambodschanisches Sprichwort]

Wie alle Könige aus dieser Zeit, so ist ebenfalls König Suryavarman II. felsenfest davon überzeugt, die eigene Macht den Göttern zu verdanken und ein Teil von ihnen zu sein. Zahlreiche Reliefs zeugen von Heldentaten und sind eine wertvolle Quelle, um das Leben der Khmer zu verstehen. Zu dieser Zeit leben insgesamt über eine Million Menschen auf einer Gesamtfläche von mehr als 200 km². Weitaus mehr, als in allen anderen Städte auf der gesamten Welt. 

Göttliche Verbindung zwischen Himmel und Erde

Jedes Jahr im März (20. & 21. März) und im September (22.& 23. September) ereignet sich ein ganz besonderes Spektakel am Himmel über Angkor Wat. König Suryavarman II. hat den Komplex nämlich so bauen lassen, dass die Sonne zur Tag und Nachtgleiche (Äquinoktium) genau über den zentralen Turm des Quincunx aufgeht. Damit symbolisiert er die Verbindung zwischen Himmel und Erde und stellt vor allem die eigene Macht und unerreichbare Göttlichkeit dar.

Meilensteine in der Geschichte von Angkor Wat

  • 1113 – 1150: König Suryavarman II. baut die Macht des Angkorreiches aus. Unter seiner Herrschaft entstehen mehrere Bauwerke, darunter auch ein Staatstempel, dem späteren Angkor Wat.
  • Der Staatstempel dient der Verehrung Vishnus und befindet sich im südöstlichen Teil der damaligen Haupstadt Yasodharapura.
  • Die Ausrichtung nach Westen (Himmelsrichtung des Todesgottes Yama) ist ungewöhnlich für die Bauwerke von Angkor. Dies gilt als mögliches Zeichen dafür, dass er der Todestempel von König Suryavaman II. ist.
  • Bis heute ist der ursprüngliche Name von Angkor Wat unbekannt. Es besteht aber die Annahme, dass das majestätische Bauwerk ursprünglich nach Vishnu benannt wird und den Namen Vrah Vishnuloka (der heilige Wohnsitz von Vishnu) trägt.
  • 1177: Die Cham erobern mal eben so Angkor in einer blutrünstigen Schlacht.
  • Einige Jahre später gelingt König Jayavarman VII. (Regentschaft 1181 bis nach 1206 oder 1220) die Rückeroberung. Er lässt die neue Hauptstadt Angkor Thom mit dem Bayon Tempel im Zentrum als buddhistischen Haupttempel errichten.
  • Ende 13. Jahrhundert: Angkor Wat erhält seinen jetzigen Namen und wandelt sich durch die von König Jayavarman VII. initiierte Transformation von einem ursprünglich hinduistischen Staatstempel zum Therevada Buddhismus.
  • 1546 – 1564: König Ang Chand (Regentschaft ca. 1530 – 1566) ergänzt unvollendete Galerien um Friesen.
  • König Barom Reachea I. (Regentschaft 1566 – 1576) verlegt den Königshof wieder nach Angkor Wat.
  • 1586: Der portugiesische Kapuziner Antonio da Magdalena ist einer der ersten Besucher von Angkor Wat aus dem Westen.

Angkor Wat ist so außergewöhnlich, dass man es weder mit einem Stift beschreiben, noch mit einem anderen Monument in der Welt vergleichen kann. [Antonio da Magdalena]

Die Zeit der Kaufleute und Missionare beginnt

  • Bis Mitte des 19. Jahrhunderts besuchen umtriebige Kaufleute und eifrige Missionare Angkor Wat.
  • 1860: Der Franzose Henri Mouhot erkundet Angkor Wat. Er schreibt begeisterte Reiseberichte und schwärmt von der Schönheit Angkors.
  • Die begeisterten Reiseberichte von Henri Mouhot lassen Forscher auf Angkor Wat aufmerksam werden.
  • 1865: Der Schotte John Thomson ist der erste Mensch, der Angkor Wat fotografiert.
  • 1908 – 1911: Unter der Leitung von Jean Commaille wird Angkor Wat von der Vegetation befreit. Es folgen aufwändige Restaurationen, die das französische Institut École française d’Extrême-Orient durchführt.
  • Die Schreckensherrschaft der Roten Khmer unterbrechen die Restaurationsarbeiten. Das Monument Angkor Wat bleibt erhalten, allerdings werden Statuen gestohlen oder zerstört.

Der Untergang von Angkor

Leider gibt es keinerlei Inschriften darüber, wie es in der Geschichte denn nun wirklich zum Untergang des Angkor Reiches gekommen sein kann. Daher stützen sich die Theorien hauptsächlich auf Vermutungen. Zum Beispiel:

  • Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine Schlacht den Untergang von Angkor herbeigeführt hat. Im Jahr 1431 greifen die verfeindeten Thai (das damalige Königreich Ayutthaya) Angkor an und siegen. Angkor muss zu diesem Zeitpunkt wahrlich prächtig gewesen sein, mit vergoldeten Türmen und zahllosen Schätzen. Weil aber Angkor in nachfolgenden Jahren nur noch aus Ruinen besteht, vermuten die damaligen Forscher heftigste Plünderungen durch die Thai.
  • Eine weitere Theorie besagt, dass die Herrscherriege durch die allmähliche religiöse Wandlung vom Hinduismus zum Therevada-Buddhismus und einhergehender sozialen Gleichheit ganz einfach an Macht verloren hat.
  • Außerdem kreist die Vermutung, dass die Menschen von Ort zu Ort gezogen sind, da jeder Herrscher sich seine eigenen Tempel und teils ganze Städte hat bauen lassen.
  • Vergleichsweise neu ist die Annahme, dass es schlichtweg am Klima gelegen haben muss, welches den endgültigen Untergang von Angkor herbeigeführt haben soll. Eine lange Dürrezeit bringt das einst wohldurchdachte Wassersystem der einst so glorreichen Khmer-Dynastie zum Erliegen. Die groß angelegten Speicher reichen nicht aus, um die langanhaltenden Dürren zu überbrücken. Fast 1.000 Jahre alte Teakbäume und Fujisan-Zypressen untermauern diese völlig neuartige These. Ihre Jahresringe erzählen von zwei aufeinander folgenden Dürreperioden in den Jahren von 1362 bis 1392 und von 1415 bis 1440. Unterbrochen von Perioden mit sintflutartigen Regenfällen hat das Angkor Reich auf Dauer nicht mehr bestehen können.

Weitere Infos zu Angkor Wat, Angkor Park und den Angkor Tempeln

Speziell über Angkor Wat habe ich für Dich weitere Infos auf diesen Seiten zusammengestellt:

Infos zum Angkor Park mit Eintrittspreisen, Kleidung, Tourguide, Tuk Tuk & Co. und zu den einzelnen Angkor Tempeln bekommst Du hier:

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