„Jetzt bin ich schon 2 von 4 Tagen hier in Siem Reap, und habe noch nichts von Angkor gesehen.“ W. schaut mich fragend an. Vor ein paar Minuten haben wir uns beim Frühstück im Happy und Co. Farm Cafe kennengelernt. „Irgendwie habe ich jetzt Sorge, das Wichtigste zu verpassen“. Ich denke kurz nach. Dann schlage ich ihm eine gemeinsame Tour vor. Es sollte eine der schönsten Touren werden, die ich jemals im Angkor Park unternommen habe.
Tag 1: Angkor Wat am Nachmittag und zum Sonnenuntergang nach Neak Pean
Wie lässt sich Angkor bestmöglich erleben, wenn es nur wenig Zeit gibt? Mein Plan sind ein bis zwei Tempel pro Tag. Mehr nicht. Wir beginnen mit Angkor Wat. Um 14 Uhr fahren wir los, noch das Ticket kaufen. Kurz vor 15.00 Uhr erreichen wir Angkor Wat.


Es ist ruhig, die Luft angenehm und überall spritzen die Wasserfontänen, damit das Gras rund um die Tempelanlage auch in der Trockenzeit schön grün bleibt. Oben auf dem Bakan (3. Ebene von Angkor Wat) genießen wir die fantastische Aussicht. Am Ostausgang verlassen wir Angkor Wat und laufen um das Gebäude herum bis zum Westeingang. Mittlerweile ist es kurz nach 16.00 Uhr, das Licht wird zunehmend weicher. Eine Weile bleiben wir noch am Teich vor dem Tempel und beobachten die Szenerie.





Doch ich möchte W. ein weiteres Highlight zeigen: Den Sonnenuntergang bei Neak Pean. Der Tempel ist von einem riesigen Wassergraben umgeben. Mittendrin ragen Baumskelette in den Himmel, anmutig und gleichermaßen pittoresk. Zwischen ihnen der rote Feuerball, der sich langsam aber stetig dem Horizont neigt.
Nur wenige Touristen sind hier. Die meisten Besucher sind Kambodschaner. Und auch sie sind alles andere als zahlreich vertreten. Es ist still und fast schon magisch. Eine Mitarbeiterin der Apsara Authority zeigt mir den besten Platz. „Da bei dem Baum, da musst Du stehen.“ Sie zerrt mich am Arm, damit ich auch ja nicht das beste Foto verpasse.



Gut 20 Minuten sind wir dort, bis die Sonne komplett verschwindet. Die Rückfahrt nach Siem Reap dauert ca. 30 Minuten.
Tag 2: Sonnenaufgang am Phnom Bakheng und danach zum Ta Prohm
2012 war ich zum ersten Mal zum Sonnenaufgang am Phnom Bakheng. Während sich dort zum Sonnenuntergang viele Menschen tummeln, ist es zum Sonnenaufgang absolut ruhig. Es ist kurz nach 5:00Uhr und wir laufen durch den pechschwarzen Dschungel. Ich bin froh, dass ich an die Stirnlampe gedacht habe. Echt praktisch so ein Teil: Zum einen sehr hell und zum anderen habe ich beide Arme frei.
Tipp: Plane einen zusätzlichen Tag für Angkor ein. Lasse Dir zunächst von einem Tourguide alles zeigen und besuche nochmal die Orte, die Dir besonders gut gefallen haben. Auf der Seite „Angkor Tempel Tour“ haben wir Dir ausführliche Infos für Deine Zeit bei Angkor zusammengestellt.
Nach ca. 20 Minuten kommen wir oben an. Zusammen mit den anderen Besuchern sind wir gerade mal 6 Leute. Unfassbar! Nach und nach dämmert es, langsam wird es hell. Doch von der Sonne keine Spur. „Die Armen bei Angkor Wat“, fährt es mir durch den Kopf. „Sind einmal dort, und die Sonne ist nicht zu sehen“. Doch plötzlich erscheint ein kleiner rosa Schimmer am Horizont und wir werden mit einem wunderschönen Sonnenaufgang beschenkt.



Noch ist die blaue Stunde und ich fotografiere die Umgebung. Die Aussicht ist ein Traum. Angkor Wat im Osten und nach Westen hin der West Barray. Dieser Frieden, diese Ruhe – einfach wunderbar.



Schon bald beginnt die goldene Stunde und alles fängt an, zu leuchten. Ich fotografiere noch einen Sonnenstern und den zentralen Turm vom Phnom Bakheng im warmen Sonnenlicht. Überhaupt zeigt sich der nach Osten ausgerichtete Terrassentempel im Morgenlicht von seiner schönsten Seite.



Uns nächstes Ziel ist der Ta Prohm. Nach Sonnenaufgang ist es dort noch ruhig. Viele gehen nach dem Sonnenaufgang erst einmal frühstücken oder fahren zum Bayon. Den schauen wir uns aber nicht an, da die oberste Etage immer noch restauriert wird. Das Highlight, die großen in Stein gemeißelten Gesichter, kann man also derzeit nicht aus der Nähe betrachten.
Umso mehr freue ich mich über das noch warme Morgenlicht am Ta Prohm. Wir beginnen am Osttor und laufen zum Westtor. Wie immer ziehen mich die Wurzeln in ihren Bann. Hab sie gefühlt schon aus allen möglichen Perspektiven im „Kasten“.





Am Westtor noch ein letztes Wurzelgeflecht bevor ich zur meiner kleinen Lieblingsdevata an der Bibliothek komme. In der Regenzeit ist sie mit leuchtend grünem Moos überwachsen. Auf den Fotos sind die Unterschiede schön zu sehen.



Am Westausgang wartet unser TukTuk Fahrer auf uns. Jetzt heißt es erst einmal Frühstücken, bevor wir mit der letzten Etappe unserer Tour beginnen: Wandern oben auf der Mauer von Angkor Thom. Während die großen Gesichter am Bayon ja derzeit nicht aus der Nähe betrachtet werden können, bieten die 5 Tore von Angkor Thom eine schöne Alternative. Denn wenn man auf die Mauer von Angkor Thom hochgeht, kommt man ihnen ganz nah.



Wir laufen vom Victory Gate über das Death Gate zum Südtor. Eine gute Stunde sind wir unterwegs. Es ist schattig und angenehm zu laufen. Kein Mensch weit und breit. An den Ecken der nahezu quadratischen Stadt Angkor Thom befinden sich ehemalige Wachtposten. Für uns eine praktische Markierung. Wissen wir doch an dieser Stelle, dass wir die Hälfte des Weges geschafft haben.
Auf der Südseite brennt dann doch so langsam die Sonne. Hier gibt es weniger Bäume und es ist auch schon bald 11.00 Uhr. Plötzlich bleibt W. stehen. „Schau mal“, meint er. Ich drehe mich um. Zuerst denke ich, dass es sich um einen langen Ast handelt. Also glaube ich zumindest, weil ich nicht wahrhaben will, was ich da sehe: Eine nicht gerade kleine Python, direkt am Wegesrand. Uffz! Wie gern würde ich die fotografieren. Aber meine Kamera ist im Rucksack und ich traue mich nicht, damit herum zu hantieren. Ein Video drehe ich dann aber doch. Hier ein Foto daraus.

Langsam entfernen wir uns. Nach dieser Begegnung denke ich gefühlt bei jedem Ast, dass es sich um eine Schlange handelt. Entschlossen stapfe ich weiter. Schließlich kommen wir am Südtor von Angkor Thom an. Noch ein paar Fotos und wir verabschieden uns voneinander.
Was soll ich sagen: Zwei Tage voller Erlebnisse. Nur wenige Tempel, viel Natur, Ruhe und der Spirit von Angkor, den ich mir für diese Reise gewünscht hatte. Was für ein Geschenk! Und W.? Er ist happy und hat nicht den Eindruck, irgendetwas verpasst zu haben.
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das sind mal wunderschöne Impressionen und machen Sehnsucht auf einen weiteren Besuch!
Danke und liebe Grüße
Norbert
Hallo Norbert, oh dankeschön <3 Weißt Du schon, wann Du wieder nach Kambodscha reisen wirst? LG :) Inga
Oh wie schön ist dieser Bericht und die Bilder dazu. Vielen Dank liebe Inga. Wünsche Dir weiterhin eine tolle Zeit im Herzensland Kambodscha. Liebe Grüsse Margrit
Liebe Margrit, danke Dir <3 Bin mittlerweile wieder zuhause. Ja, es ist wirklich ein Herzensland. Und es war wieder eine traumhaft schöne Reise mit großen und vielen kleinen wunderbaren Begegnungen und Momenten. LG :) Inga