Es ist bereits eine Weile her, dass ich zusammen mit Manuela Nesat Village besucht habe. Ein Ort, der sich so anders anfühlt, als viele Reiseziele in Kambodscha. Mitten im Dschungel und in der Nähe schöner Strände ist das Nesat Village ein Ort für Einheimische, Auswanderer, Urlauber mit und ohne Kinder. Ein kleiner Ort mit umtriebig liebevollen Menschen, mit lokalen und westlichen Restaurants und Gästehäusern, mit Bars, Geschäften, selbst gebrautem Bier, Yoga, Handwerk und mehr. Nesat ist gefühlt alles. Am Puls der Zeit, gleichzeitig Hippie-Ort, Dorf, Aussteigerprojekt, Familienziel und Treffpunkt für Reisende aus aller Welt. Über all dem schwebt die alles verbindende Lebensphilosophie: „Be a nice human.“ Als unsichtbarer doch spürbar immer laufender Motor von allem, was so passiert in Nesat Village.
Es gibt einen Kids Club, Poker-Nächte, Koch-Kurse und das wöchentliche Trivial Pursuit im Lost Pinguin – dort scheint sich das ganze Dorf zu treffen, um das Wissens-Quiz als Team zu gewinnen. Außerdem Beach Volleyball, Angeln, Camping und Motorradtouren. Und. Und. Und. Eine Besonderheit ist die Lagune, nicht weit entfernt. Das Wasser türkisblau und klar. Der Weg dorthin gesäumt von Cashew-Sträuchern. Vor Ort treffen wir auf Teenager, die darauf bestehen, uns mit Selfies auf ihrem Handy zu verewigen. Auf dem Weg zurück nimmt uns ein einheimischer Traktorfahrer mit. Einfach so – irgendwie scheinen wir recht verloren auszusehen.





Nesat Village ist einzigartig, unabhängig und aus der Liebe zu Kambodscha entstanden. Von Menschen, die zusammen etwas Anderes, Neues auf die Beine stellen wollten und wollen. Dies mit dem Grundgedanken, auf die Art und Weise mit und für die Kambodschaner zu arbeiten, wie sie es für sich selbst tun würden. Nesat ist kein typischer Tourismus-Ort, die einzelnen Lokalitäten liegen versteckt – schreiende Werbung ist nicht zu finden. Die Wege sind staubig und färben das Umland in den für Kambodscha so typischen rötlichen Tönen. Man muss schon genauer hinschauen, um sich zurechtzufinden. Aber genau darin liegt der Zauber für uns. Zwei Tage verbringen wir in Nesat Village, und wir sind völlig hin und weg.
Der Name Nesat
Nesat (នេសាទ in Khmer) stammt aus der Khmer Sprache und bedeutet „fischen“. Das Dorf liegt in der Gemeinde Chrouv Svay, welche tief mit der kambodschanischen Fischereitradition verwurzelt ist.
Wir übernachten im Little Escape bei Sonja. Aus Deutschland ausgewandert, ist sie an diesem Fleckchen Erde sesshaft geworden. Ihr Gästehaus hat sie nach eigenen Ideen komplett selbst entworfen, auf ihr Glück vertraut und es von Kambodschanern bauen lassen. Bereits nach wenigen Minuten spüren wir, dass sie nicht einfach Zimmer vermietet. Sie möchte, dass ihre Gäste Nesat Village wirklich kennenlernen.




Sonja nimmt sich Zeit, viel Zeit, nimmt uns an die Hand, erklärt uns alles Erdenkliche. Genauso wie Manuela und ich ist Sonja vom Sternzeichen Fische. Für uns Fischewesen immer etwas ganz Besonderes. Von ihr erfahren wir, wo es frische Kokosnüsse und ein gutes Frühstück gibt, mit welchen Steinen das Babel Guesthouse seine Dependance in Nesat errichtet, bestaunen den neu angelegten Marktplatz und lernen das – ich sag mal „bildliche Raver-Herz“ – mitsamt Bar und Stahlfigur kennen. Wie eine Art Schutzpatron blickt dieses monströse Werk auf uns herab.





Die Umgebung von Nesat Village
Auch in der Umgebung gibt es viel zu entdecken. Unsere zwei Tage vergehen im Flug. Hier alle die Orte, die wir erlebt haben.
Sopheak Mongkol Beach Resort
In dem Resort, auch Happiness Resort genannt, geht es auf Wegen mit Holzstegen durch einen Mangrovenwald. Zum Sonnenuntergang zeigt sich die Landschaft nochmal von ihrer schönsten Seite. Wie bestellt fährt ein Schiff am Horizont entlang. Das perfekte Postkartenmotiv.





Wat Chroy Svay
Unsere Zeit in Nesat Village fällt auf die letzten Januar-Wochen, also kurz vor Meak Bochea, dem Tag zum Gedenken an die letzte Rede von Buddha. Wie wir feststellen ein kleiner Gücksfall für den Besuch von Pagoden. Schon von weitem hören wir Hip-Hop Musik aus basslastigen Lautsprechern. Für eine Pagode eine alles andere als typische Beschallung. Hört man doch normalerweise das für unsere Ohren sonor anmutende Chanten. Am Wat Chroy Svay angekommen werden wir einer Gruppe Mönche gewahr, die mit reichlich Wasser, Schaum und vollem Körpereinsatz die Teppiche für die bevorstehenden Festlichkeiten reinigen.





Ein Fischerdorf voller Begegnungen
Vis-à-vis zu Nesat Village gibt es ein kleines Fischerdorf. Am Ortseingang ein Friseurladen. Sofort sind wir von Kindern umringt. Alle wollen ein Foto, machen Faxen. Ich beschließe, mir die Haare schneiden zu lassen. Zuvor erhalte ich eine ausgiebige Kopfmassage – ich könnte wetten, dass es mindestens 15 Minuten sind. Mitsamt Haarschnitt gerade mal 2 USD. Ich gebe das doppelte. Im Hinterhof verkauft die Inhaberin des Friseursalons noch frische blaue Krabben. Genau die, für die die Provinz Kep so berühmt ist. Sophal liebt sie und kauft sich direkt ein Kilo. Kurz darauf schmoren sie im Topf.





Wir gehen noch ein wenig durch den Ort. Ein paar Meter weiter eine Zweigstelle von WING, ein mobiles Payment- und Zahlungssystem. Direkt nebenan wird Fischfang entladen, gegenüber ein Huhn gerupft. Zurück an der Hauptstraße schallt uns wieder laute Musik entgegen. Dieses Mal ist es Karaoke. Leicht bierselig vertreibt sich eine Gruppe Männer die Zeit mit Gesang. Direkt werden wir eingeladen und bekommen Stühle zum Sitzen. Widerspruch zwecklos. Die Gastfreundschaft in Kambodscha ist einfach grandios.



Strand und Meer mit echtem Kambodscha-Feeling
Der Strand und das Meer sind gefühlt nur einen Steinwurf entfernt. Was Touristen angeht, sind wir gefühlt die Einzigen. Dafür tummeln sich die Einheimischen, ob als Familie oder Freunde. Sie alle genießen die Zeit rund um das kühlende Nass.



Und sonst so?
Ohja, es gibt noch mehr. Viel mehr. Zum Beispiel Phnom Pok, Nesat Beach oder der Elephant Beach. Die Khmer Oganic Farm, eine Kautschukplantage, ein … Aber hey, schau einfach selbst. Auf der Website nesatvillage.com bekommst Du die allerbesten Informationen – eben weil sie von den Menschen sind, die dort leben. Und wenn Du dort bist, dann grüße Sonja ganz lieb von uns :-)
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Danke liebe Inga. Da bekomme ich wieder meinen Kambodscha-Fernweh-Herzschmerz.
Oh liebe Margrit. Ich kann Dich so gut verstehen. Das Kambodscha Fieber – es ist wirklich berüchtigt. Alles erdenklich Liebe und Gute für Dich und Deine Familie <3
Vielen Dank Inga. Auch für Dich und Deine Liebsten wünsche ich dasselbe. Sommergrüsse zu Dir nach Düsseldorf❣️
Freue mich schon auf den nächsten Artikel.