Don Kong – der bloggende Auswanderer im schönen Kep

von | Aktualisiert Jan 23, 2021, Publiziert Feb 24, 2017 | Menschen | 4 Kommentare

Wer meinem Blog etwas länger folgt weiß, dass immer mal wieder ein Interview vorkommt. Selbstredend, dass es sich bei allen Interviewpartnern um Leute handelt, die in einer ganz besonderen Verbindung zu Kambodscha stehen. Ganz gleich, ob es sich um Kambodschaner oder Zugereiste handelt: Sie alle lieben dieses Land und seine Menschen jeweils auf ihre eigene Art und Weise.

Don Kong – vom Leben in einem fernen Land

[update Januar 2021] Anfang 2019 ist Don Kong nach Kep umgezogen. Teils ist der Text entsprechend geändert. Sein Blog exisistiert weiterhin, bzw. er hat ihn neu aufleben lassen.

Mit diesem Interview stelle ich Dir Don Kong vor. Auswanderer aus Deutschland, der in seinem Blog „Leben in Kambodscha“ von seinem Alltag in Sihanoukville Kep erzählt; die quirlige Kleinstadt an der kambodschanischen Küste. Mir gefällt die Art, wie Don Kong schreibt. Vor allem mag ich die Authentizität in seinen Erzählungen. Dabei kommt sein Blog vollkommen ohne die sonst üblichen Reisetipps aus. Dafür gibt es jede Menge Alltagsgeschichten. Mal sind es ernste und mal komische oder gar ironische Geschichten. In jedem Beitrag zeigt Don Kong sein tiefes und zugleich pragmatisches Verständnis um die kulturellen Begebenheiten vor Ort. Halt wie es wirklich ist, als Ausländer in Kambodscha zu leben und was einem da alles so passieren kann – oder auch nicht.

Übrigens: Aktuell planen wir ein gemeinsames Projekt, yaeeh :-) Es steckt noch in den Kinderschuhen. Das Thema? Kambodscha natürlich. Doch hier nun jetzt erst einmal das Interview. Ich wünsche dir viel Spaß bei der Lektüre.

Wie kommt es, dass Du in Süd-Ost-Asien lebst?

Ursprünglich wollte ich nur 3 Wochen Urlaub in Thailand machen. Das erste Mal in diesem Teil der Welt. Einen Tag vor der Rückreise habe ich mich entschieden, einfach dazubleiben. Na ja, und das habe ich dann halt gemacht.

Seit wann bist Du in Kambodscha und wie kam es dazu, dass Du jetzt in Sihanoukville Kep lebst?

In Kambodscha lebe seit Mai 2007. Davor habe ich knapp 9 Jahre in Thailand auf einer Insel gelebt. Bei meinem Umzug nach Kambodscha, fiel meine Wahl auf Sihanoukville, weil ich hier in etwa ähnlich gute Bedingungen vorgefunden habe. Der Tourismus war noch in der Anfangsphase, es gab Internet, eine englischsprachige Schule für meinen Sohn und das Meer direkt vor der Tür.

Was waren am Anfang die größten Herausforderungen für Dich in Kambodscha und wie hast Du sie gemeistert?

Echte Herausforderungen gab es für mich nicht. Immerhin lebte ich schon jahrelang in Südostasien, habe eine thailändische Frau geheiratet und war mit dem Leben in dieser Ecke der Welt bestens vertraut. Obwohl ich Kambodscha vorher nie wirklich bereist habe, waren mir das Land und seine Bewohner nicht fremd. In den ersten Jahren habe ich unzählige Tagestrips über die nahe gelegene Grenze gemacht, um mein Visum für Thailand erneuern zu lassen. Zudem habe ich zeitweise in Thailand arbeitende Kambodschaner beschäftigt. In Kambodscha stellten sich sogar viele Dinge einfacher für mich dar. Die Leute hier waren Ausländern gegenüber wesentlich aufgeschlossener und was ganz fantastisch war, viele davon sprachen Englisch.

Was sind Deine ultimativen Tipps für andere, die vielleicht auch mal nach Kambodscha auswandern möchten?

Eine Grundvoraussetzung zum Auswandern ist, dass man genug Geld in der Tasche hat. Dies gilt selbstverständlich auch für Kambodscha, denn gerade hier in einem so armen Land, wird einem Nichts geschenkt. Zudem empfehle ich jedem, sich nicht nur von Sonnenschein und freundlichen lächelnden Menschen leiten zu lassen. Vielmehr sollte man sich Gedanken darüber machen, ob man auch mit den Nachteilen leben kann, die dieses Land bietet. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kommunikation, wer einigermaßen Englisch sprechen kann, ist ganz klar im Vorteil.

Welche drei Begriffe fallen Dir spontan ein, wenn Du an Kambodscha denkst und warum?

  • „Rote Khmer“ – aufgrund der Vergangenheit des Landes. Ich habe sogar noch schwache Kindheitserinnerungen an die Fernsehnachrichten der damaligen Zeit.
  • „Tropen“ – aufgrund der geografischen Lage und weil mich tropische Länder schon immer interessiert haben.
  • „Dead Kennedys“ – eine nordamerikanische Punkrockband, deren Song „Holiday in Cambodia“ seit meiner Jugend bis heute zu meinen Favoriten gehört.
Willkommensschild - Sihanoukville, Kambodscha

So schön, wie es in Kambodscha ist – es gibt auch viel Armut. Wie hilfst Du den Menschen vor Ort?

Ich bin nicht nach Kambodscha gekommen, um zu helfen, sondern weil es mir gefällt und um Geld für meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Die Hilfe überlasse ich gerne den zahlreichen hier ansässigen Hilfsorganisationen. Das heißt jedoch nicht, das Kambodschaner aus meinem persönlichen Umfeld nicht auf meine Hilfe zählen können. So habe ich zum Beispiel gerade erst ein Wasserfiltersystem und eine Toilette in einem kleinen Reisbauerndorf in der Provinz Siem Reap finanziert.

Wie sollen sich Touristen Deiner Meinung nach verhalten, um den Menschen in Kambodscha zu helfen? Was sollen/können sie tun?

Zunächst ein Mal helfen Touristen einem Land schon dadurch, indem sie dieses besuchen und ihr Geld dalassen. Wer darüber hinaus helfen will, der sollte sein Geld möglichst überlegt ausgeben. Das heißt bei lokalen kleinen Händlern und auf dem Markt einkaufen, lokale Restaurants besuchen und für die Bootstour vielleicht lieber das Boot von einem Fischer mieten, als wie mit einem der großen Touristenboote zu fahren. Touristen können auch helfen, indem sie Geld an seriöse Hilfsorganisationen spenden.

Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei Dir aus?

Wie bei den meisten anderen auch, werden meine Tage zu einem großen Teil durch Arbeit bestimmt. Ich betreibe eine Webdesign-Agentur, den Webdesign & SEO Service Sihanoukville, was es mir erlaubt meine Arbeitszeiten flexibel zu handhaben. Ein ganz normaler Tag, an dem ich nur Routinearbeiten mache, sieht bei mir folgendermaßen aus. Ich stehe morgens um 06:00 Uhr auf, beginne um 06:30 Uhr am Computer, bringe meinen Sohn zwischendurch zur Schule und esse um 09:00 während der Arbeit mein Frühstück am Schreibtisch. Gegen 12:30 Uhr ist bei mir für etwa 1 Stunde Mittagspause, meist in einem Restaurant. Danach geht es zurück an die Arbeit, bis ich gegen 15:00 Uhr ins Gym zum Training gehe. Direkt von dort hole ich dann meinen Sohn aus der Schule ab und erledige bei Bedarf noch ein paar Einkäufe. Meist bleiben mir danach noch 2 Stunden, in denen ich arbeiten kann, bevor ich das Abendbrot zubereiten muss. Je nachdem, wie viel ich gerade zu tun habe, geht es nach dem Essen zurück an den Computer, oder ich schaue mir noch einen Film im Fernsehen an. Irgendwann zwischen 22:00 Uhr und 23:00 Uhr gehen bei mir die Lichter aus.

Mit „Leben in Kambodscha“ betreibst Du seit einigen Jahren einen spannenden Blog. Was treibt Dich an, regelmäßig in Deinem Blog zu schreiben?

Ich denke die Grundmotivation eines jeden, der einen persönlichen Blog schreibt, ist ein gewisser Hang zur Selbstdarstellung. Mir macht es einfach Freude, andere ein Stück weit, an meinem Leben an einem so exotischen Ort wie Sihanoukville im fernen Kambodscha teilhaben zu lassen. Auch jedes Mal, wenn mich unbekannte Leser, die nach Sihanoukville gereist sind, irgendwo ansprechen und sich bei mir für meine Berichte bedanken, spornt mich das an weiterzumachen.

Was sind die Schwerpunkte in Deinem Blog?

In erster Linie biete ich auf meinem Blog für jeden, der sich für Kambodscha interessiert, hilfreiche Tipps und Informationen, zu Land und Leuten. Das meiste davon beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen, sodass es mir möglich ist, die Dinge lebensnah wiederzugeben. Dabei bleibt es nicht aus, dass der Leser immer wieder Einblicke in mein privates Leben bekommt und dadurch auch einen gewissen Unterhaltungswert hat.

Don Kong , Sihanoukville - Portrait

Don Kong ist ja Dein Künstlername – wie kam es zu diesem Namen? Was bedeutet er? Und vor allem: Was bedeutet er für Dich?

Kurz, nachdem ich damals mit meiner Familie in Sihanoukville angekommen bin, hat uns mein alter Freund und Weggefährte aus Deutschland besucht. Wenn wir alleine sind und uns langweilig ist, vertreiben wir uns manchmal die Zeit mit Wortspielen, wobei ich irgendwann von King Kong über Ding Dong auf Don Kong gekommen bin. Der Name blieb mir im Gedächtnis und erst viele Monate später, habe ich ohne besonderen Grund die Domain don-kong.com registriert. Dass der Name einmal eine gewisse Popularität unter Kambodscha-Interessierten erlangt, hätte ich damals nie gedacht. Am Anfang habe ich diese plötzliche Aufmerksamkeit eher kritisch gesehen, aber im Laufe der Zeit habe ich sie durchaus zu schätzen gelernt.

Zum Schluss noch ein paar kurze persönliche Fragen an dich:

Dein Lieblingssport?

Ich habe zwei Lieblingssportarten, die ich auch beide aktiv ausübe, Kraftsport und Thaiboxen (Muay Thai).

Deine Lieblingsfarbe?

Dunkelblau

Dein Lieblingsbuch?

Herz der Finsternis, von Joseph Conrad.

Deine Lieblingsmusik?

Ich habe keine Lieblingsmusik, ich liebe es, Musik zu hören.

Dein Lieblingsgericht?

Das weiß ich gar nicht, womit ich anfangen sollte aufzuzählen. Die kulinarische Welt bietet viel zu viel Abwechslung, um nur ein Lieblingsgericht zu haben.

Vielen lieben Dank für die Antworten. Sihanoukville und ein Treffen mit Dir stehen ganz dick in meinem Kalender. Bislang war ich ja nur in Siem Reap. Freue mich sehr, wenn ich bald auch andere Gegenden von Kambodscha kennenlerne. Zum Beispiel die Inseln, da will ich unbedingt mal hin. 

Don Kong im Netz

Hier noch ein paar Links, wo du Don Kong im Netz finden und folgen kannst. Und wenn du noch etwas wissen möchtest, dann frage einfach hier in den Kommentaren oder schicke ihm direkt eine Nachricht.

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Inga

Autor

I love Cambodia, its culture, its people and with this blog I want to share my fascination for this country with people all over the world.

4 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Don Kong!
    Heuer haben meine Freundin und ich vom 2.Nov. -21.Nov.2017den Flug nach Kambodscha schon gebucht. Bereits 2016 waren wir für 3 Wochen in Kambodscha und waren in Siam Reap, mit Nachtbus nach Phnom Penh, Kampot, Sihanoukville und ein paar Inseln.
    Es war ein sehr schöner Urlaub. Dieses Mal möchten wir das Mekong-Delta befahren und auf Phu Quoc unseren Badeurlaub machen.
    Wir würden uns freuen-wenn möglich-Sie persönlich kennenzulernen. Besteht da Hoffnung? Vor ungefähr 2 Jahren habe ich Sie schon mal kontaktiert und auch Antwort erhalten. Liebe Grüße von Johanna und Sylvia.

    Antworten
  2. Sehr geehrte Johanna,
    von meiner Seite aus, spricht nichts dagegen, dass wir uns persönlich kennenlernen. Am besten, Sie schreiben mich noch ein Mal über das Kontaktformular auf meinem Blog an, dadurch erhalte ich Ihre E-Mail-Adresse und kann Ihnen meine Kontaktdaten zurücksenden.

    Liebe Grüße.

    Antworten
  3. Guten Tag Herr Don Kong
    Nehmen Bilder, Poster, Fotos bei der hohen Luftfeuchigkeit in Phnom Penh Schaden? Haben Sie damit Erfahrungen gemacht?
    Danke u Gruss A.

    Antworten
  4. Hallo Adrian, wie das in Phnom Penh ist, kann ich nicht sagen, da ich an der Küste in Sihanoukville wohne. Hier jedenfalls habe ich jahrelang zwei Gemälde in meiner Wohnung zu hängen gehabt, ohne dass sie Schaden genommen haben. Fotos bewahre ich ganz normal in einer Schublade auf und Poster habe ich nicht.

    Bei hoher Luftfeuchtigkeit sollte man immer für eine gute Luftzirkulation in den Räumen sorgen. So lässt sich Schimmelbildung, meiner Erfahrung nach am besten vorbeugen. Es besteht auch die Möglichkeit, eine Klimaanlage mit Luftentfeuchter zu kaufen.

    Gruß zurück.

    Antworten

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Wer schreibt hier?

Inga Palme - Portrait Schön, dass Du hier bist! Ich bin Inga - seit 2010 reise ich jedes Jahr nach Kambodscha und bin immer wieder neu verliebt. Hier auf Visit Angkor gebe ich Dir zusammen mit Rüdiger Tipps für Deinen Aufenthalt in Kambodscha und wir erzählen Dir von unseren persönlichen Erlebnissen im Land der Khmer. Weitere Infos über uns und Visit Angkor findest Du auf dieser Seite. Viel Spaß :-)

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