Heute ist ein ganz besonderer Tag in Siem Reap, der kleinen pulsierenden Stadt im Süden der Tempel von Angkor in Kambodscha. Viele wissen vielleicht schon, dass Angelina Jolie im vergangenen Jahr beim dokumentarischen Spielfilm „First they killed my Father“ über die Schreckensherrschaft der Roten-Khmer Regie geführt hat. Angelina – die Frau, die vor der Angkor Kulisse als Lara Croft in der Verfilmung des Computer-Spiels Tomb Raider über die Leinwand flimmerte. Zu diesem Zeitpunkt hat wohl kaum jemand damit gerechnet, dass Angelina Jolie ein paar Jahre später in einer eigenen Produktion die Geschichte von Kambodscha aufarbeitet. Dennoch: Heute findet die Premiere ihres Films „First they killed my Father“ in Siem Reap statt.

Bühne frei auf dem Gelände vor der Elefantenterrasse

Die Premiere von „First they killed my Father“ findet heute auf dem großräumigen Aral vor der Elefanten Terrasse im Angkor Park statt. Mit der Wahl des Ortes hätte es keinen besseren Platz hätte für dieses Event geben können. Bereits im 12. Jh. zur Blüte des Angkor Reiches beobachtete der berühmte König Jayavarman VII. die Spiele und Paraden genau an diesem Ort.

Die Rolle war schwer für mich. Eigentlich möchte ich nichts von den Geschichten aus der Vergangenheit sehen oder hören. Aber wir müssen uns erinnern, wir dürfen auf keinen Fall das Regime der Khmer Rouge vergessen.

[Sopyh Hun, Darsteller]

Und heute gastieren die Spiele in Form eines Films zu einem bewegenden Thema – welch ein historischer Moment an einem historischen Ort. Oben auf dem Foto sieht man bereits die Leinwand und die geschmückten Stuhlreihen für die Premiere.

Die Geschichte von „First they killed my Father“

Der Film „First they killed my Father“ basiert auf einer gleichnamigen Autobiographie der kambodschanischen Menschenrechtsaktivistin Loung Ung. Sie war erst 5 Jahre alt, als die Khmer Rouge in ihrer Heimatstadt Phnom Penh einfielen. Die kommenden Jahre musste sie mit all ihren Schrecken erleben. Von ihren Geschwistern getrennt wurde sie in einem Kinderheim als Kindersoldatin ausgebildet. 1980 gelang ihr auf einem Boot mit ihrem älteren Bruder Meng und seiner Frau die Flucht nach Thailand. Dort verbrachten sie fünf Monate in einem Flüchtlingscamp bevor sie nach Vermont in die USA umsiedelten.

Ein Geschenk für Kambodscha

Hunderte von Überlebenden und ihre Kinder kamen in Siem Reap zusammen, um die eigene Geschichte für den Film „First they killed my Father“ nachzubilden. Erzählt wird der Krieg aus der Sicht eines Kindes und gleichzeitig die Geschichte von Kambodscha. Es ist das erste Mal, dass so etwas geschieht – dass in dieser Form über die Vergangenheit von Kambodscha zu Zeiten des Khmer-Rouge Regimes gesprochen wird.

Ich habe versucht, einen Film zu drehen, der nicht nur von Vorschriften, Politik oder Krieg handelt. Es ist ein Film, der im Kern von Menschen in Kambodscha und ihren Familien handelt. Ein Film über Liebe und das Überleben. Ich hoffe, dass die Kambodschaner ein Gefühl von Stolz überkommt, wenn sie im Film sehen, was sie überlebt haben und wer sie eigentlich sind.

[Angelina Jolie, Regie]

Das Drehbuch zum Film hat Loung Ung gemeinsam mit Angelina Jolie geschrieben. Für Loung Ung ist das, was Anglina mit „First they killed my Father“ tut, ein großartiges Geschenk. Ein Film für ihr Land, nur von kambodschanischen Darstellern gespielt und in der original Khmer Sprache. Eine Synchronisation wird es nicht geben, lediglich Untertitel. Ein weiteres Geschenk an die Kambodschaner: Jeweils rund 50 Einheimische aus jedem Dorf haben eine Einladung zur heutigen Premiere erhalten.  Bevor „First they killed my Father“ im Herbst 2017 bei Netflix zu sehen wird, gibt es im Olympia Stadion in Phnom Penh und in Battambang noch zwei weitere Vorstellungen. Hier alle Daten:

Siem Reap, Kambodscha 

  • Elefantenterrasse, Angkor Thom
  • 18. Februar 2017
  • 18.00 – 23.00 Uhr

Siem Reap, Kambodscha 

  • Elefantenterrasse, Angkor Thom
  • 19. Februar 2017
  • 18.00 – 23.00 Uhr

Phnom Penh, Kambodscha

  • Indoor Arena, Olympisches Stadium
  • 21. Februar 2017
  • 18.00 – 20.45 Uhr

Battambang, Kambodscha

  • 23. Februar 2017

Netflix

  • 15. September 2017

Produzent Rithy Panh

Den Film produziert hat der Filmemacher Rithy Panh. Auch er hat die Schreckensherrschaft der Roten-Khmer erlebt. Ist geflüchtet und hat an der bedeutenden Pariser Filmhochschule École Nationale Supérieure des métiers de l’image et du sonseinen Abschluss gemacht. Seither handeln alle seine Werke von der Folgezeit nach dem Regime unter der Roten-Khmer  in Kambodscha.

Um zu trauern müssen wir reden. Reden ist die Möglichkeit, etwas zu aufzuarbeiten und um uns neu zu definieren. Eine Geschichte zu erzählen, bedeutet zugleich Trauern und Blick in die Zukunft. Dieser Film ist viel mehr, als einfach nur ein Film. Was wir versuchen, ist eine Art Brücke zu bauen zwischen unserer Vergangenheit und der Zukunft. Zwischen denen, die von uns gegangen sind, wir Überlebenden und die kommenden Generationen.

[Rithy Panh, Produzent]

Es wird sicher nicht einfach, diesen Film zu sehen. Es wird hart sein, aber auch wichtig. Angelina Jolie ist bereits seit zwei Tagen vor Ort in Siem Reap. Und natürlich wird sie sich die Ehre geben und der Premiere höchstpersönlich beiwohnen.

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