Phare, der kambodschanische Zirkus in Siem Reap

Ganz ehrlich: Ich behaupte, dass der Besuch vom kambodschanischen Zirkus Phare neben der Besichtigung der Angkor Tempel zum Pflichtprogramm bei einem Besuch in Siem Reap gehört. Weil:

Phare ist mehr, als nur ein Zirkus. Phare verbindet Theater, Musik, Tanz und moderne Zirkuskunst. Phare lässt die Besucher auf einzigartige Weise kambodschanische Geschichten erleben. Phare hilft vielen kambodschanischen Familien, sich aus der Armut zu befreien.

Logo - Phare, the Cambodian Circus

Der Zirkus Phare befindet sich ca. zwei km westlich vom Zentrum der Stadt Siem Reap auf einem großflächigen Areal. Kein Wanderzirkus also. Obwohl – ein einziges Mal „wanderte“ Phare. Es galt ein geeigneteres Grundstück zu finden. Das ehemalige am Charles de Gaulle Boulevard – der Hauptstraße, die zu den Angkor Tempeln führt – stand auf Dauer nicht mehr zu den ursprünglich vereinbarten günstigen Konditionen zur Verfügung.

Die Geschichte vom Zirkus Phare

Der Ursprung von Phare liegt bereits im Jahr 1994 mit Gründung der Kunstakademie Phare Ponleu Selpak (PPSA) – „Das Leuchten der Kunst“. Gegründet mit einer Vision von neun jungen Kambodschanern, die nach dem Fall der Roten Khmer aus einem Flüchtlingscamp in ihre Heimat zurückkehrten. Während ihres Aufenthaltes im Camp fanden sie heraus, dass Kunst ihnen dabei hilft, ihre seelischen Wunden zu heilen. Zurück in ihrer Heimat gründeten sie eine Akademie für Künste wie Illustration, Malen, Theater, Musik, Tanz und auch Zirkus. Heute besuchen täglich mehr als 1.200 Schüler die einzigartige Kunstakademie. Im Gegensatz zu vielen anderen Schulen in Kambodscha sind bei Phare Ponleu Selpak alle Programme und Kurse kostenfrei zugänglich.

2013 wurde die Phare Performing Social Enterprise (PPSE) gegründet. Das Ziel war finanzielle Unabhängigkeit. Damals wie heute lautet die Mission:

  1. Die Schaffung von sinnstiftenden Arbeitsplätze für kambodschanische Artisten.
  2. Das Betreiben eines nachhaltigen und sozialen Geschäftsmodells, welches ein regelmäßiges Einkommen für die Artistenschule Phare Ponleu Selpak generiert.
  3. Die Wiederbelebung kambodschanischer Kunst auf lokaler und internationaler Ebene.

Im Februar 2013 war es dann endlich soweit: Der Zirkus Phare öffnete erstmalig seine Pforten und die Artisten zeigten ihr Können vor begeistertem Publikum. Seit diesem Tag gehen nahezu 75% des Gewinns direkt an die Akademie Phare Ponleu Selpak. Die Einnahmen aus dem Zirkus sichern nachhaltig den Fortbestand der Akademie. Der Erfolg vom Zirkus Phare spricht für sich: Mehr als 100.000 Besucher haben die Shows im 330 Personen fassenden Zelt gesehen und fast 6.000(!) Bewertungen gibt es bereits bei Tripadvisor! (Stand 5. Januar 2017). Auch international macht Phare mittlerweile von sich reden. So tritt einer der ehemaligen Artisten von Phare im berühmten Cirque du Soleil auf. Federführend für den Erfolg ist mit Sicherheit Craig Dodge, seines Zeichens General Manager von Phare.

Sokha – eine der mitreißenden Shows im Zirkus Phare

Während unseres Aufenthaltes in Siem Reap läuft die Show „Sokha“ im Zirkus Phare. Wir fahren mit dem Tuk Tuk und bezahlen 8 $ für Hin- und Rückfahrt, wobei der Fahrer auf uns wartet. Der mit bunten Lampions beleuchtete Vorplatz lädt zum Verweilen ein. Das zirkuseigene Restaurant bietet kleine Speisen wie Pommes Frites und komplette Gerichte. Wir bestellen uns die Pommes, einmal Lok Lak und nehmen an einem der Tische auf dem Außengelände Platz. Nach und nach füllt sich der Vorplatz und vor dem Eingang wächst die Besucherschlange. Kurz vor acht Uhr stellen auch wir uns an und werden schon bald darauf zu unseren Plätzen in der vierten Reihe mit Frontansicht geführt. Es sind einfache Sitze und man sitzt dicht an dicht im Zelt. Doch die Vorfreude auf das, was auf uns zukommen mag, lässt alles andere um uns herum vergessen. Selbst die umgekippte Cola-Dose von meinem Hinter-Nachbarn, die mein Kleid von hinten befeuchtet, registriere ich lediglich als Randnotiz.

Phare, der kambodschanische Zirkus in Siem Reap
Sokha – eine Zirkusshow voller Emotionen

Pünktlich um acht beginnt die Show. Sokha, eine Show die turbulenter kaum sein kann, verfeinert mit kambodschanischer Musik auf originalen Instrumenten der Khmer;  das ganze Spektakel von einem Leinwandkünstler bildhaft in Szene gesetzt. Von Anfang an werden wir in einen Gefühlstaumel aus Freude, Begeisterung und Leidenschaft aber auch Furcht, Angst, Trauer und Schmerz mitgenommen. Teils fällt es mir schwer, die Tränen zurückzuhalten – so berührend sind einzelne Szenen. Dazwischen immer wieder Lachen und Fröhlichkeit. Ich habe den Eindruck, als würde ich die kambodschanische Vergangenheit am eigenen Leib und mit allen Sinnen erleben.

Die Geschichte von Sokha

Sokha – als Kind im Krieg verfolgt, verarbeitet sie zunächst ihre Erinnerungen auf die Schrecken der Roten Khmer mit surrealen Visionen und Alpträumen. So entsteht ein verzerrtes und düsteres Bild ihrer eigenen Realität. Doch mit Hilfe der Kunst entdeckt sie ihre Stärke und findet Möglichkeiten, sich selbst und ihren Freunden zu helfen.

Ein paar Minuten braucht es, bis wir begreifen, dass die gesamte Show gerade Mal von einer Handvoll Artisten gespielt wird. Und dies in einem sagenhaft atemberaubenden Tempo. Wo selbst ohne Bewegung unsereins die Hitze Kambodschas zu schaffen macht, erleben wir im Zirkus Phare Artisten, die 90 Minuten lang ohne Unterlass springen, tanzen, hüpfen und akrobatische Kunststücke vorführen. Insgesamt ein wahres Panoptikum an Eindrücken, die das Leben zu bieten hat mit all seinen Höhen und Tiefen.

Am Ende der Show kommen noch einmal alle Artisten in die Manege und die Gäste sind eingeladen sich mit ihnen fotografieren zu lassen und zu unterhalten. Für eine Spende stehen Körbe bereit und der Ausgang führt durch einen Souvenierladen. Alle Einnahmen fließen direkt in die Projekte. Auch für uns ist es Zeit zu gehen – gern würden wir noch bleiben und eine weitere Show erleben. Leicht zähneknirschend kehren wir allmählich zurück in die Realität. Und aus näherer Entfernung kommt auch schon unser Tuk Tuk Fahrer lächelnd auf uns zu. Klar, freut er sich doch auf den 8 $ Verdienst an diesem Abend :-)

Phare – der Leuchtturm in Siem Reap

Phare – „Leuchtturm“ aus dem französischen macht seinem Namen mehr als nur Ehre. Für mich ein strahlender Leuchtturm der besonderen Art. Hier noch ein Video mit einzelnen Szenen aus der Show Sokha:

Anschrift und Links im Netz zum Zirkus Phare

Ein Artikel aus der Serie 100 Dinge, die du unbedingt in Siem Reap tun musst.

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