Seit rund 2 Jahren leben Manuela und Eric in ihrer Wahlheimat Kambodscha. Genauer gesagt in Siem Reap – dort betreiben sie ein Homestay, ganz nah dran an Angkor Wat und den vielen anderen Angkor Tempeln. Eric ist Franzose, ein richtig waschechter. Obendrauf trägt er genau den gleichen Namen wie mein Bruderherz. Manuela ist wie ich (Bruderherz ebenso) in Düsseldorf geboren und obendrauf ist sie genauso wie ich vom Sternzeichen Fisch. Bekanntlich verbinden uns Fische die absonderlichsten Dinge zwischen Himmel & Erde. Dinge, die nur wir Fische verstehen – eine Art Geheimsprache … Zufälle sind uns fremd, fast alles hat eine Bedeutung oder ist zumindest ein (klitzekleines) Zeichen.

Hab bei meinem letzten Aufenthalt in Kambodscha die Beiden in ihrem Homestay in Siem Reap besucht. Davon leben sie, von ihrem Homestay. Einfach so. Zelte abgebrochen in Deutschland und schwupps ab nach Kambodscha. Und nett sind sie, richtig doll nett. 2 Herzensmenschen, die ein kleines Paradies geschaffen haben und dieses mit anderen zusammen mit ihren beider Herzen teilen.

Seit wann lebst Du in Kambodscha und wie kam es, dass Du dorthin ausgewandert bist?

Wir leben seit April 2017 in Siem Reap. Da mein Partner Eric schon sehr lange in Vietnam, Laos und Kambodscha verliebt ist, stellte sich eines Tages die Frage, ob wir in Asien leben wollen. Da ich Asien bis dahin noch nicht bereist habe, verbrachten wir einen Urlaub in Vietnam und Kambodscha. Meine Entscheidung fiel sofort für Kambodscha. Eric siedelte 2 Monate nach unserem Urlaub nach Kambodscha um, eineinhalb Monate später bin ich mit 3 Koffern hier angekommen.

[inga] wow, das ging ja mal schnell :-) 

Was gefällt Dir an Kambodscha besonders?

Die Menschen 😊 Sie sind noch so natürlich, sie kommen ohne Vorbehalte auf Dich zu und ziehen Dich in ihren Bann. Das Lächeln, welches sie Dir schenken wenn Du sie anlächelst, kommt von Herzen. Die Neugierde bei den Menschen die außerhalb der Touristenströme wohnen

und die nur selten Touristen sehen, ist unbezahlbar. Selbst wenn man sich nicht viel in der gleichen Sprache unterhalten kann, versteht man sich.

[inga] ohja, die Menschen, bin auch immer wieder hin und weg <3 

Was war Dein bisher schönstes Erlebnis in Kambodscha?

Es gibt unendlich viele schöne Erlebnisse, aber das schönste war, als mich eines Tages ein junges Mädchen in den Arm nahm und „I love you“ sagte. Wir hatten gerade mit dem Auto gehalten und sie kam auf mich zugelaufen, schlang ihre Arme um mich und kuschelte sich an mich. Es ist die Tochter einer sehr armen Familie, die wir versuchen mehr oder weniger regelmäßig zu besuchen und ein wenig zu unterstützen. Diese Familie erwartet nichts von uns, im Gegenteil, wenn wir dort halten werden wir gefragt, ob wir mit ihnen essen wollen … Man muss vielleicht dazu sagen, das die Kambodschaner nicht sehr schnell Ihre tiefen Emotionen preis geben ;-)

Zusammen mit Deinem Mann Eric betreibst ein Homestay in Siem Reap. Wie seid Ihr auf die Idee gekommen?

Die ursprüngliche Idee war eigentlich in Frankreich ein Homestay zu eröffnen … 😂 So kann man sich irren. Spaß beiseite. Als wir uns entschlossen hatten uns in Kambodscha niederzulassen, lag ein Homestay nahe. Und zum Glück haben wir direkt das Haus gefunden, in das wir uns verliebt haben und das sich nur einen „Steinwurf“ von Angkor Wat befindet. Wir lieben es, Zeit mit unseren Gästen zu verbringen und zu diskutieren, gemeinsame Interessen zu entdecken und ihnen das Land und vor allem die Menschen und ihre Traditionen näher zu bringen. Gemäß unserem Motto: „Machen Sie Ihren Aufenthalt bei uns zu einem Erlebnis“. Und da es ein Homestay in dieser Form nicht gibt, haben wir uns an die Arbeit gemacht. Mit Erfolg. Wir sind glücklich, wenn unsere Gäste glücklich sind.

[inga] das kann ich mir lebhaft vorstellen – man braucht sich nur die Bewertungen anzuschauen:  

If you are looking for a true travel experience in which you get to know other people and the country you are in, then I highly recommend staying with Eric and Manuela. They felt like our “Cambodian family.” Their generosity and kindness will always be appreciated and remembered. They will make your time in Siem Reap much more about Angkor Wat and Pub Street … if YOU let them. They will show you more of Cambodia and treat you like family.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Homestay und einem Gästehaus?

In einem Homestay lebt man mit den Bewohnern des Hauses (oder in manchen Fällen der Wohnung) zusammen. Man sitzt zusammen am Tisch und diskutiert, man kann gemeinsam frühstücken, wir bieten gemeinsame Abendessen an. Das alles in einer privaten Atmosphäre. Natürlich ist das alles kein „MUSS“, aber die wirklichen Kenner des Homestay geniessen gerade das. Bei uns ist jeder Gast frei in dem was er tut, er bekommt den Schlüssel des Hauses und des Zimmers und kann kommen und gehen wann er möchte. Machen die meisten Gäste aber nicht … ;-)

Wir:

  • versuchen zu unterstützen und mit Tipps zu helfen, wann immer wir können. versuchen Land und Leute näher zu bringen.
  • erklären die Gewohnheiten der Kambodschaner und deren Kultur.
  • bieten zum Beispiel unseren Gästen Ausflüge „Off the beaten track“ an und nehmen Kontakt zu den Kambodschanern auf.

Die Begeisterung nach einem solchen Ausflug ist unseren Gästen an den Gesichtern abzulesen. Wir lieben es, unsere Gäste nicht alleine zu lassen und es macht uns glücklich, unsere Gäste glücklich zu sehen. In den meisten Fällen ist eine freundschaftliche Bindung entstanden, die auch immer noch besteht und das ist einfach nur schön. In den Gästehäusern hingegen bekommt man den Schlüssel des Zimmers, man kann vielleicht in einem angeschlossenen Restaurant frühstücken und zu Abend essen, aber alles in allem ist es oftmals eher unpersönlich. Das liegt natürlich auch daran, dass in einem Gästehaus viele verschiedene Gäste aufeinander treffen und daher selten ein persönlicher Kontakt entsteht. Wir haben nur 2 Zimmer jeweils mit eigenem Bad und das ist auch gut so 😊

Was machst Du an Sonntagen? Wie sieht Dein Tagesablauf aus?

Wenn wir keine Gäste oder Freunde hier haben, genießen wir es uns auf unser Motorrad zu schwingen und die „Countryside“ weiter zu entdecken. Es gibt überall so viele schöne Sachen zu sehen, man glaubt es kaum. Und natürlich genießen wir diese endlose Weite der Reisfelder, die in allen mögliche grün-Tönen strahlt. Oder wir besuchen unsere „geheime Pagode“ ;-)

Ein Ort der einfach nur wunderbar ist …

[inga] „geheime Pagode“ – jetzt bin ich aber mal mächtig neugierig :-D

Leider gibt es ja in Kambodscha immer noch viele Menschen, denen es alles andere als gut geht. Wie hilfst Du den Kambodschanern?

  • Wir haben hier für unsere Freunde und Gäste die Möglichkeit, 2 Behälter mit Geld zu befüllen…. Nein, im Ernst, wir sammeln Geld für die Blinden- und Gehörlosenschule direkt bei uns um die Ecke. Die Kinder leben in dieser Schule und werden dort versorgt. Wir sammeln Geld für Reis. Ein 50 kg Sack Reis kostet ca. 25-35 $. Jede kleine Spende hilft, und wir danken unseren Freunden und Gästen dafür.
  • Wenn wir mit unseren Gästen unterwegs sind, besuchen wir kleine bedürftige Schulen, die wir dann mit Schulheften und Schreibutensilien versorgen. Seifen und Zahnbürsten sind auch gerne gesehen, da den Kinder in den Schulen auch die tägliche Hygiene beigebracht wird.
  • Wir haben immer Spielzeug, Plüschtiere und andere Sachen auf unseren Ausflügen dabei.
  • Eine sehr arme Familie, die wir kennengelernt haben, versuchen wir ein wenig mit Geld zu unterstützen. Sobald wir irgendwie von Jobangeboten hören, versuchen wir zu vermitteln.
  • Wir sammeln leere Getränkedosen und verkaufen sie an den Schrotthändler. Das Geld geht in eine Dose um später weitere Schulhefte oder sonstiges für die Schulen zu kaufen.
  • Leere Plastikflaschen werden gesammelt und an einen jungen Mönch abgegeben, der sie wiederum verkauft, um Futter für seine Hunde zu kaufen.
  • Außerdem haben wir eine alleinstehende Frau mit Kind als Haushaltshilfe angestellt. Wir versuchen zu helfen, wo wir können, aber das sind wahrscheinlich alles nur Tropfen auf dem heißen Stein …

[inga] ich finde, das sind alles ganz, ganz wunderbare Dinge, die Ihr da tut <3 

Was sind Deine 3 ultimativen Tipps, wie Touristen Kambodschanern helfen können?

  1. In erster Linie sollten Touristen nichts von Kindern kaufen. Sobald die Familien sehen, dass die Kinder Erfolg mit dem Verkauf von irgendwelchen Sachen haben (meistens in den Tempelanlagen), werden die Kinder nicht mehr in die Schule geschickt. Wie sagte Nelson Mandela so treffend: „Bildung ist die mächtigste Waffe, die du verwenden kannst, um die Welt zu verändern“
  2. Bevor man nach Kambodscha reist, seinen Kleiderschrank nach Kleidung aus der man „herausgewachsen“ ist (das gilt in beide Richtungen ;-) ) durchsuchen. Die Menschen auf dem Land sind glücklich über alles, was sie bekommen können. Das gilt besonders auch für Kinderkleidung.
  3. Nach einer Organisation suchen, die sich darum kümmert, Brunnen in Kambodscha zu bauen. Frischwasser ist nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung zugänglich. Man sollte aber darauf achten, wie viel des gespendeten Geldes wirklich für den Brunnenbau verwendet wird und wie viel in der Organisation für administrative Zwecke, etc. hängen bleibt … ;-)

[inga] da fällt mir sofort Camborea ein, wenn es um das Bohren von Brunnen geht. Christophe Bailét, einer der Gründer, hat mir die Projekte der Organisation gezeigt. Wirklich toll, was Camborea alles auf die Beine stellt!  

Was ist Dir sonst noch wichtig? Was möchtest Du noch mitteilen?

Kambodscha ist ein wunderbares Land. Leider meinen viele, dass sie alles in einem 3-4 Tages Abstecher (von Thailand oder Vietnam aus) sehen können. Dem ist absolut nicht so. Es gibt jede Menge Sehenswürdigkeiten außerhalb der Tempelanlagen von Angkor, die man selbst in 3 Wochen nicht unbedingt alle sehen kann ;-)

[inga] das kann ich nur bestätigen – je öfter ich dort bin, umso mehr ziehen mich die Temel von Angkor in ihren Bann :-) 

Die Kambodschaner sind ein liebenswertes aber auch stolzes Volk. Meine Wunsch wäre es, die Kultur so zu akzeptieren wie sie ist. Dazu gehört auch eine angemessene Bekleidung. Man muss sich nicht komplett verhüllen, aber bei einem Volk, das nicht wirklich „freizügig“ angezogen ist, muss sich manch einer nicht über die Reaktionen wundern. Ansonsten habe ich sehr viel Respekt diesem Volk gegenüber, dass eine so grausame Vergangenheit überlebt hat und versucht das Beste daraus zu machen. Lasst die Menschen wie sie sind, unterstützt sie, wenn Ihr könnt, aber versucht sie nicht zu ändern. Sie sind genau richtig sowie sie sind … ;-)

[inga] da stimme ich Dir zu 100% zu, liebe Manuela. Ich danke Dir für das schöne Interview und freu mich schon total auf unser Wiedersehen und meinen bevorstehenden Aufenthalt im März bei Euch. <3 Wünsche Euch viele viele wunderbare Gäste in Eurem kleinen Paradies in Siem Reap.

Eric & Manuela – Deine Gastgeber

Eric & Manuela – Deine Homestay Gastgeber

Kontaktdaten & Profile im Netz

Damit auch Du flugs im Eric & Manuela Homestay buchen kannst, hier die Kontaktdaten:

Anschrift:
0035 Group 1 village, Mondol 3
Sangkat Slorkram
Siem Reap, Kambodscha

E-Mail: manuela.eric84@gmail.com
Tel.: +855 (0)6 19 83 036 oder +855 (0)1 77 21 680

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