Dieses Jahr haben mein Herzallerliebtster und ich uns in Siem Reap auf eine kleine Foodtour begeben und landeten unter anderem im bezaubernden HAVEN. Entdeckt habe ich das HAVEN bei Tripadvisor, direkt auf Seite eins unter den zehn ersten Plätzen der Restaurants in Siem Reap. Also nix wie hin und einen Platz für den gleichen Abend reservieren. Dort angekommen, traf ich auf eine äußerst  sympathische junge Frau und wie in Siem Reap üblich, unterhielten wir uns zunächst auf Englisch. Bis dann Sara – so ihr Name – mittendrin „ja“ statt „yes“ sagte. Sofort wurde ich  hellhörig und fragte nach. Wir mussten herzhaft lachen und dann ging es in einem Gemisch aus anmutigem Schwizerdütsch und leicht rheinischem Regiolekt weiter. Dies auf eine solch herzerfrischende Art, dass wir uns binnen zehn Minuten gegenseitig unsere Lebensgeschichten erzählten – ja, Frauen können das :-)

Wir beide waren völlig hingerissen voneinander, von unseren Projekten, der Leidenschaft für die Dinge und überhaupt. Selbstredend, dass wir uns beim Verabschieden in die Arme nehmen mussten, um unsere neue Bekanntschaft zu besiegeln! Folglich war es nur logisch, dass ich Sara nach einem Interview gefragt habe und ich freue mich total, dass sie zugesagt hat. Denn ich wollte mehr über das HAVEN wissen. Diesem Ort, der von einer gar zauberhaften Einzigartigkeit umwoben ist. Spürbar durch Menschen wie Sara, die zusammen mit vielen anderen Herzen einen Besuch im HAVEN zu einem ganz besonderen Erlebnis werden lässt. Selbst Menschen, die Sara persönlich kennen, werden sicherlich Neues über sie erfahren. Viel Spaß bei der Lektüre!

Das HAVEN von innen

Seit wann bist Du in Kambodscha und wie bist Du nach Kambodscha gekommen?

Im 2008 kamen mein Mann Paul und ich während unserer zwei-jährigen Weltreise das erste Mal nach Kambodscha und „Boom!“ wir verliebten uns unsterblich und unwiderruflich in dieses Land, die Menschen und die Kultur. Während dieser Zeit verbrachten wir insgesamt 7 Monate hier und arbeiteten als freiwillige Helfer. Wir wussten da schon ziemlich bald, dass wir Kambodscha nicht mehr den Rücken zukehren konnten und wollten. Anfang 2011 sind wir dann ganz hierher gezogen.

Wow, 2 Jahre Weltreise – das ist ja mal krass. Wie seid Ihr auf die Idee gekommen und wie habt Ihr die Reise finanziert?

Hier kannst du die Antwort lesen oder direkt zur nächsten Frage gehen
Die Idee hatten wir an Weihnachten 2006, als wir in Zürich am Hauptbahnhof standen und auf den Zug warteten zu Pauls Eltern. Wir hatten immer wieder darüber gesprochen, dass wir gerne mal in’s Ausland ziehen und arbeiten würden (dabei dachten wir immer so an England, Kanada oder Schweden). Während wir aber so am Bahnhof standen, kam mir plötzlich der Gedanke, dass wenn wir auswandern würden, wir wahrscheinlich nicht mehr gross reisen könnten, da wir an dem neuen Ort erst wieder ein Leben aufbauen müssten und keine Zeit oder Geld für Reisen hätten. Dieser Gedanke machte mich traurig, denn es gab (gibt) noch soooo viele Ort, die ich sehen wollte. Und so schlug ich Paul vor, auf eine Weltreise zu gehen, anstatt auszuwandern. Er war sofort Feuer und Flamme dafür und bis wir bei seinen Eltern zu Hause ankamen, hatten wir den Entschluss gefasst und informierten gleich alle darüber, dass wir spätestens im 2008 auf unbestimmte Zeit verreisen würden.

Das war der Startschuss und damit ging die Planung los. So eine Reise wird einem ja nicht einfach geschenkt und im Lotto hatten wir auch nicht gewonnen. Aber wir waren fest entschlossen und setzten die Prioritäten entsprechend.

Die erste Frage war, wie viel Geld braucht man für eine Weltreise? Da wir kein Around-the-World Ticket kaufen wollten, sondern frei und unbeschränkt reisen und alles Überland mit ÖV machen wollten, konnte die Frage gar nicht beantwortet werden. Darum beschlossen wir einfach das Abreisedatum auf April 2008 zu setzen und einfach mit dem was wir haben zu gehen und so lange reisen, bis uns das Geld ausgeht.

Ab da stellten wir unser Leben komplett um, um das nötige Geld zu verdienen und zu sparen: Wir verkauften unseren gesamten Haushalt und gaben unsere schöne, aber teure Zürcher Stadtwohnung auf. Stattdessen wurden wir House-Sitter und wohnten zur Untermiete in Wohnungen und passten darauf auf, während die eigentlichen Mieter verreist waren. Wir arbeiteten extra Schichten und Jobs. Wir gaben alle unsere Hobbies auf, wir gingen an keine Konzerte mehr, nicht mehr auswärts essen und nicht mehr in den Ausgang. Wir machten keine Ferien mehr/verreisten nicht mehr. Und wir kauften keine Sachen mehr (keine neuen Kleider, Bücher, was-auch-immer), ausser es war etwas, das wir gleich für die Reise brauchten bzw. wussten, das können/wollen wir im Rucksack mitnehmen.

Dann auf der Reise selber sind wir immer sehr low Budget gereist. Das heisst, wir haben fast die ganzen zwei Jahre in Hostels in Dorm Rooms (Massenschlägen) geschlafen. Wir sind mit lokalen Bussen und Zügen oder auf Motorrädern und Booten gereist (und möglichst selten geflogen). Wir haben lokal gegessen und uns überall viel Zeit genommen.

Es war die beste Zeit unseres Lebens und wir würden die gemeinsame Zeit und all die Erlebnisse & Erfahrungen für nichts auf der Welt eintauschen.

Was liebst Du ganz besonders an Kambodscha?

Zuerst und vor allem die Menschen. Sie sind herzlich und grosszügig – trotz all dem, was sie in ihrer Vergangenheit durchmachen mussten und in ihrer Gegenwart ertragen müssen. Während all unseren Reisen waren wir noch nie einem Volk begegnet, das noch so eine unschuldige und ehrliche Freundlichkeit ausstrahlt wie die Kambodschaner. Diese Menschen berührten uns auf eine ganz besondere Art. Und sie waren es auch, warum wir nicht mehr weg wollten.

Was machst Du, wenn Du Heimweh in Deine Heimat – die schöne Schweiz – hast?

Ich freue mich immer-immer-immer, wenn ich meine Familie oder Freunde aus der Schweiz wieder sehe. Aber ich bin kein Heimweh-Kind. Ganz im Gegenteil. Mich begleitet immer das Fernweh. Das Fernweh ist ein fester Teil von mir und eine Seite, die ich gut kenne und entsprechend damit umgehen kann. Mein Herz und mein Leben sind momentan in Kambodscha und mein Engagement gilt vollumfänglich unserer Arbeit hier.

HAVEN - Patio und Garten

Du bist ja nicht nur privat in Kambodscha, sondern betreibst mit dem HAVEN ein Restaurant, welches sich vor allem zum Ziel gesetzt hat, Kambodschanern eine fundierte Ausbildung zu geben. Erzähle uns ein bisschen über Euer Restaurant:

Wie bist Du und Dein Mann auf die Idee gekommen, das HAVEN inkl. Trainingskonzept zu gründen?

Als wir 2008 das erste Mal hier waren, bemerkten wir all die Organisationen die sich um Kinder und Jugendliche kümmern. Irgendwann fingen wir an herum zu fragen, was mit den Kids passiert, wenn sie volljährig werden und die Organisation verlassen müssen? Diese Frage wurde allerdings nur mit einem resignierten Achselzucken beantwortet. Da erkannten wir, dass es keine Anlaufstellen für diese jungen Erwachsenen gibt.

Es ließ uns keine Ruhe mehr und wir wussten, dass wir nicht einfach wieder zurück in die Schweiz konnten, zu unseren Leben zurück und so tun, als würde uns das hier nichts angehen.

So zerbrachen wir uns die Köpfe, was wir für die Kids tun könnten. Wir wollten auf keinen Fall eine weitere Institution gründen, in die sie aufgenommen werden und die von Spenden finanziert wird. Nein. Wir wollten etwas kreieren, das selbsttragend ist und wo diese jungen Menschen lernen, für sich selber zu sorgen und sich eine gute Zukunft sichern können. So entstand die Idee mit der Berufsausbildung in der Gastronomie.

(Der Grund weshalb wir uns für die Gastronomie entschieden ist, weil wir eine Ausbildung in einem Bereich anbieten wollten, in dem unsere Lehrabgänger nachher alle auch gute Festanstellungen finden. Mit den Tempeln von Angkor ist Siem Reap eine boomende Touristendestination, mit einer endlosen Zahl an Restaurants und Hotels, die immer nach professionellem und gut ausgebildeten Personal suchen).

HAVEN_Chef-with-Trainees-Regis-Binard-Photography

Was ist das Besondere an Eurem Trainingskonzept und was unterscheidet das HAVEN von anderen Einrichtungen?

Womit wir uns von Anfang an abgehoben haben ist, dass wir keine Schule sind. Während an anderen Orten meist ’nur‘ theoretisches Wissen vermittelt wird, das anschliessend mit einem kurzen Praktikumseinsatz ergänzt wird, erfahren unsere Lehrlinge den direkten Einstieg in die Berufswelt.

Unser Ausbildungskonzept ist abgeleitet von dem Schweizer Dualen Berufsbildung Modell. Das heisst, dass unsere Lehrlinge eine praktische Ausbildung im Restaurant erhalten die mit Schulunterricht kombiniert wird. Damit erhalten unsere Lehrlinge eine systematische Ausbildung, sammeln wichtige Berufserfahrung, übernehmen Selbstverantwortung, lernen in einem Team zu arbeiten und stärken ihre Sozialkompetenz.

Nach Ausbildungsabschluss sind unsere Lehrlinge bereit für eine gute Festanstellung und sofort voll einsatzfähig.

Während ihrer Ausbildung übernehmen wir die volle finanzielle Verantwortung für unsere Lehrlinge. So wohnen sie zusammen mit unserer Housemum im Trainee House. Das bedeutet auch, dass wir ihnen nicht nur eine Unterkunft bieten, sondern all ihre Bedürfnisse decken, wie emotionale Unterstützung, Verpflegung, Arztbesuche, Hygiene, Schuhe & Kleider, Fahrräder, etc.

Nach Abschluss helfen wir allen bei der Stellensuche und begleiten sie in dieser Übergangsphase, bis sich alle gut eingelebt haben.

HAVEN Family, Siem Reap Photo: Regis Binard Photography

Was sind für Dich persönlich die bisher größten Erfolge, die mit dem HAVEN erreicht wurden?

Jeder einzelne Lehrabgänger ist ein Erfolg. Wir konnten bisher für all unsere Lehrabgänger gute Festanstellungen finden, wo sie nun sind und sich weiter entwickeln und hoch arbeiten können. Aber es gibt auch solche, die durch die Lehre bei uns motiviert wurden noch weiter zu lernen und danach ein Studium in Angriff genommen haben, das sie Dank der Lehre mit einem gut bezahlten Teilzeitjob finanzieren können.

Sie alle sind stolze und selbstbewusste junge Menschen geworden, die die wichtigsten Berufs- und Lebenskompetenzen gelernt haben und dies anschließend in die Welt hinaustragen und auch an andere weitergeben.

Was möchtest Du mit dem Haven noch erreichen? Wo siehst Du das Restaurant in 5 Jahren?

Momentan sind wir an der Planung von einer Bäckerei, die wir am HAVEN anbauen wollen. Die Idee ist es, die Lehre auf Backwaren zu erweitern.

Was wir uns auch vorstellen können, ist in Zukunft weitere HAVEN in Kambodscha aufzubauen. Und wir haben bereits Anfragen aus dem Ausland, wo Leute das Konzept übernehmen wollen und uns als Berater hinzuziehen möchten.

Wenn Du das Haven in 3 Worten beschreiben müsstest, welche 3 Worte wären das?

Compassionate, honest, sustainable – Das sind die 3 Worte, die ich im Herzen spüre. Alles was wir tun, ist immer mit Fokus auf unsere Lehrlinge. Sowohl bei der beruflichen Bildung, wie auch bei der emotionalen Entwicklung. 

Ohne Mitgefühl wäre die Idee für HAVEN gar nie entstanden und ohne Einfühlungsvermögen wäre es nicht das, was es heute für unsere Lehrlinge und HAVEN Familie ist. Der Familiengeist im HAVEN ist eine ehrliche Fürsorglichkeit und Solidarität die von jedem einzelnen gelebt wird. Wir passen aufeinander auf, helfen einander, wir bedanken uns, wir entschuldigen uns und wir vertrauen, respektieren und schätzen einander.

Ehrlichkeit ist eine wichtige Basis für die im HAVEN gelebte Fairness und den gegenseitigen Respekt. Diese Ehrlichkeit bekommen auch unsere Gäste zu spüren, in den Zutaten die wir für ihre Speisen verwenden, in dem Lächeln, mit dem sie bedient werden und in dem Wissen, dass sie mit ihrem Besuch bei uns Gutes tun und unser Ausbildungsprogamm unterstützen.

HAVEN’s ganzes Fundament basiert auf Nachhaltigkeit. Darum sind wir überhaupt hier. Aber unser Engagement geht noch weiter, als das Ausbildungsprogramm für benachteiligte junge Erwachsene sowie das Schaffen von sicheren und gut bezahlten Arbeitsplätze für Menschen aus der Gemeinde. Wir legen ebenso grossen Wert darauf, lokale Bauern, soziale Unternehmen und Non-Profit-Organisationen zu unterstützen, die sich für die gesunde und sichere Entwicklung von Kambodscha engagieren.

Graduation - Haven, Siem Reap

Wo siehst Du Dich in 5 Jahren?

Immer noch hier, mit Leib und Seele. Aber Weiterentwicklung und Veränderung sind konstante Begleiter im Leben. Darum werden wir sehen, was in 5 Jahren wirklich ist. Solange ich mein Herzblut einbringen und wirklich etwas bewegen kann, bin ich glücklich.

Ihr habt ja gerade ein Kochbuch auf den Weg gebracht, welches jetzt gerade erst auf den Markt gekommen ist.  Das ist ein sehr spannendes Projekt, über das wir gerne mehr erfahren möchten.

Wie bist Du zu der Idee für ein Kochbuch gekommen?

Ein französischer Fotograf, der ebenfalls in Siem Reap lebt, hatte uns im Herbst 2014 kontaktiert und den Vorschlag gemacht, zusammen ein Kochbuch zu machen. Er wollte unbedingt Food Photography machen und da er ein großer Fan von unserer Arbeit und unserem Essen war, fand er dass wir super zusammenpassen würden. Da wir bereits einige Gäste hatten, die nach einem Kochbuch gefragt hatten, waren wir begeistert von diesem Vorschlag.

Wie viel Zeit habt Ihr für das Kochbuch gebraucht?

Wir haben alles in allem 1 1/2 Jahre daran gearbeitet, immer wieder mit Unterbrüchen, da das HAVEN und das Ausbildungsprogramm natürlich immer Vorrang haben. Zudem haben wir in 2015 das neue HAVEN gebaut, was auch sehr zeitintensiv war.

Wie habt Ihr unter den vielen Rezepten genau die herausgefunden, die dann den Weg in Euer Kochbuch geschafft haben?

Das war eigentlich ganz einfach. Wir haben wirklich die beliebtesten Rezepte aus unserem Menu genommen und haben diese noch ergänzt mit kambodschanischen Lieblings-Rezepten von unserem Küchenchef Pardet.

Was unterscheidet Euer Kochbuch von anderen Kochbüchern?

Wie sich das für ein Kochbuch gehört, bieten wir natürlich super leckere Rezepte. Aber was unser Kochbuch noch mehr zu bieten hat ist, dass das HAVEN und unsere Familie in den Vordergrund gestellt wird und dass der Kauf von diesem Buch unser Ausbildungsprogramm direkt und wertvoll unterstützt. Darum haben wir das Buch auch ‚Cooking for a Cause‘ genannt. Weil sowohl wir ihm HAVEN für einen guten Zweck kochen, aber jeder, der das Buch kauft und unsere Gerichte zu Hause zubereitet, damit auch unseren Zweck unterstützt.

Was war das Schwierigste für Dich/Euch in der Umsetzung des Kochbuches?

Schon der Zeitaufwand, weil ich dies ja quasi noch nebenbei gemacht habe, während wir hier ein Restaurant führen, ein Ausbildungsprogramm durchführen und ein neues Restaurant gebaut haben. Eine weitere Herausforderung waren zum Teil die Zutaten von den kambodschanischen Gerichten. Erstens einmal, bis wir die offiziellen englischen Namen dafür gefunden hatten und dann, bis wir gute Ersatzzutaten gefunden hatten, falls diese typischen Zutaten ausserhalb von Kambodscha gar nicht erhältlich sind. Wir haben viel Wert darauf gelegt, dass das Buch überall auf der Welt gebraucht und die Gerichte gekocht werden können. Dafür mussten wir auch etwas mit den Zutaten spielen und eben geeignete Ersatzzutaten finden.

Inga und Sara :-) Dieses Foto ist am Tag meiner Abreise aus Kambodscha entstanden. Mehr darüber in Kürze in einem weiteren Artikel mit Einblicken in das sensationelle HAVEN Kochbuch. Und über meine schönen Erlebnisse im HAVEN werde ich ebenfalls in einem eigenen Artikel berichten, so der Plan ;-)

Wo kann man das Kochbuch kaufen?

Momentan nur im HAVEN in Siem Reap. Aber wir arbeiten daran, dass die Bücher bestellt werden können und dann per Post zugestellt werden. Wer sich dafür interessiert, schickt am Besten eine Email an goodies@havencambodia.com.

Ist vielleicht noch etwas früh, aber würdest Du noch ein weiteres Buch schreiben? Falls ja, über welches Thema würde das Buch handeln?

Uns wird oft gesagt, dass wir unsere Erfahrungen und Erlebnisse in Kambodscha aufschreiben und in ein Buch verpacken sollten. Vielleicht werde ich das wirklich einmal machen. Aber momentan verspüre ich ehrlich gesagt keinen Drang danach. Das kommt vielleicht, wenn ich mal sonst nichts zu tun habe.

Jetzt ist ja Kambodscha nicht gerade das Land, wo es allen Menschen wirklich gut geht. Obwohl sich Siem Reap durch den Tourismus zu einer belebten Kleinstadt entwickelt, gibt es doch an vielen Stellen noch Armut. Zum Schluss also noch eine recht kniffelige Frage zu einem sensiblen Thema, welches von komplexer Bedeutung ist. Und zwar der Umgang von Touristen mit der bestehenden Armut in Kambodscha.

Welche 3 Tipps gibst Du Touristen mit auf den Weg, um Menschen vor Ort auch bei einem kurzen Aufenthalt bestmöglich zu unterstützen?

Dies ist eine extrem wichtige Frage und ich bin froh, dass du sie stellst. Denn so viele Menschen kommen nach Kambodscha und ihnen geht das, was sie hier sehen, sehr nahe. Viele Leute wollen dann helfen, etwas Gutes tun. Das ist menschlich und absolut verständlich. Doch leider sind die naheliegenden Aktionen schlussendlich eher schädlich, als förderlich. Egal wie gut gemeint es war.

Zuerst einmal möchte ich erwähnen, was man wirklich nicht tun sollte. Und das ist Waisenhäuser oder Einrichtungen mit Kindern besuchen zu gehen. Man sollte auch keinen bettelnden Kindern Geld geben und auf keinen Fall Baby Milk Powder für Mütter kaufen, die mit einem Baby im Arm auf der Strasse betteln. Eine gute Seite, um detailliertere Informationen zu erhalten ist ThinkChildSafe. Aber ich empfehle auch grundsätzlich diese Themen zu googeln, bevor man nach Kambodscha kommt.

Was man hingegen tun kann, um den Menschen hier zu helfen ist:

  • Mit Organisationen in Kontakt treten, die wirklich zum Wohle der Menschen und der Umwelt arbeiten. Eine gute Anlaufstelle ist ConCERT, die Besucher gerne beraten und gute, unterstützungswürdige Organisationen empfehlen.
  • Beim „Made in Cambodia Market“ oder in Geschäften mit Produkten von lokalen Organsiationen (z.B. Senteurs d’Angkor, SaoMao etc.) Souveniers kaufen, anstatt die Massenproduktionen aus China und Thailand, die an den üblichen Markets angeboten werden.
  • Restaurants und Cafes besuchen, die einen guten Zweck haben. Sei dies wie bei uns ein Ausbildungsprogramm oder vielleicht ein Lokal das eine Organisation querfinanziert.
  • Und ganz wichtig: sei immer nett und freundlich zu den Leuten hier. Ein Lächeln, ein freundliches Wort und ehrliches Interesse reichen weit. (Das gilt übrigens für uns alle, immer, und weltweit).

Wow, sooo viele spannende Infos! Vielen Dank, liebe Sara, dass Du Dir die Zeit genommen hast. Zum Schluss noch ein paar persönliche Kurzfragen an Dich:

Deine Lieblingsfarbe und warum?

Ich habe keine Lieblingsfarbe, denn ich liebe alle Farben und es gibt keine, die ich mehr hervorheben oder missen möchte.

Dein Lieblingsbuch und warum?

Du meine Güte… wo fange ich da an?! Seit Klein auf lese ich Bücher mit Leidenschaft. Es gibt keine andere Beschäftigung, die ich so gerne mache, wie das. Und kaum ein Ort an dem ich lieber bin, als in einer Buchhandlung oder Bibliothek. Darum gibt es nicht einfach EIN Buch das ist liebe, sondern ganz, ganz, ganz, ganz viele. Darunter gehören The Wind-up Bird Chronicle (Murakami), Midnight’s Children (Rushdie), The Catcher in the Rye (Salinger), The Book Thief (Zusak), Dracula (Stoker), The Lord of the Flies (Golding), und und und. Die Liste ist endlos. Wirklich.

[iP] Wahrlich beeindruckend, dann sag ich mal weiter so :-)

Deine Lieblingsmusik und warum?

Ähnlich ist es auch mit der Musik. Schon früh war ich immer total musikbegeistert und eine sehr aktive Konzertgängerin. Seit meinen frühen Teenager-Zeiten bin ich ein grosser Fan von Depeche Mode, David Bowie, The Cure und Björk. Ich liebe aber auch Artisten wie The National, Camera Obscura, Placebo, The XX und Sia.

[iP] Jaaa, die mag ich auch, Alleeeee – das ist ein Zeichen :-)

Dein Lieblingsrezept und warum?

Aus unserem Kochbuch? Hmmmm, die Gerichte sind alle lecker, sonst wären sie nicht im Buch. Aber eines meiner Favoriten ist sicher das Khmer Curry. Meiner Meinung nach (und ich weiß, dass ganz viele unserer Gäste mir hier zustimmen werden) das beste Khmer Curry weit und breit.

[iP] Klaro, richtig so! :-)

Das war’s schon

Alles kommt einmal zum Ende, so auch dieses Interview. Ich hoffe, es hat dir gefallen. Jetzt habe ich noch ein paar Eckdaten und Infos für dich, damit du das Haven schnell findest, wenn du in Siem Reap bist. Du wirst bestimmt genauso begeistert sein, wie ich! Also:

Die Anschrift findest du hier in der Karte. Das HAVEN befindet sich in einer kleinen Seitenstraße östlich vom Wat Damnak.

Übrigens: Dies ist ein Artikel aus meiner Serie 100 Dinge, die du unbedingt in Siem Reap tun musst. Die Liste wird laufend ergänzt. Viel Spaß beim Stöbern!

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